Es gibt zwei Neue Bundesländer, in denen das Parteibuch auf dem Chefsessel noch nie wechselte – Brandenburg und Sachsen -, den ewigen Erstmal-Durchatmen-Fall Thüringen sowie zwei Länder, in denen sich das Blatt kurz wendete und dann aber über Jahrzehnte konstant blieb. Sachsen-Anhalt – CDU, dann Magdeburger Modell in verschiedenen Ausprägungen, dann wieder CDU-Führung ist das eine, Mecklenburg-Vorpommern das andere: Nachdem die Union 1990 knapp an die 40 Punkte kam, konnte die SPD im Windschatten der Schröder’schen Wahl 1998 die Mehrheit erringen und hat sie seitdem nicht mehr hergeben müssen.
Bei der letzten Wahl fehlte nur ein einziges Mandat an einer reinen rot-grünen Regierung. Im Osten! Im Jahr 2021! Eine Ampel hätte sogar eine recht komfortable Mehrheit gefunden.
Spoiler für die nächste Ausgabe dieser Betrachtung: Das wird diesmal anders, wenn auch nicht ganz so dramatisch wie im anderen Wechsel-Land.
Auffallend: Die SPD schafft es, auch in bundespolitisch schwierigen Situationen die Spitzenposition zu halten, auch Dank eines beliebten Spitzenpersonals. Die Union ist seit 2011 mehr als zehn Punkte hintenan. Bündnis 90/Die Grünen und FDP wie gewohnt mit einem Wechselbad – inklusive fast zweistelligen Ausschlägen und absoluten Trauerwerten. Die PDS/Linke nie so stark wie in anderen ostdeutschen Ländern.

Offenlegung: Ich war von c. 2002 bis 2009 Mitglied der FDP und bin seit 2009 Mitglied von Bündnis 90/Die Grünen. Ich arbeite am Online-Tool für die Wahlkampf-Planung mit. Ich strebe weder bei dieser noch bei anderen Wahlen 2026 ein Amt oder Mandat an.

