Irgendwann 2007, ein Arbeitstag bei Computec: Auf meinem Schreibtisch liegt eine Testversion (möglicherweise, die Erinnerung schwächelt, sogar ein Verkaufsversion) von Sudden Strike 3. Wie aus dem Nichts. Das überrascht, denn die Serie ist natürlich bekannt, und generell haben wir weit unsere Fühler ausgestreckt, um im Strategie-Bereich Kompetenz und Übersicht zu signalisieren – doch dieses, nunja, plötzliche Erscheinen? Hupsa. Lag es daran, dass es Publisher CDV schon nicht mehr so gut ging – oder dass das Spiel qualitativ nicht mehr an die Vorgänger anknüpfen konnte und das dort bekannt war?
Der erste Teil konnte in der Presse teilweise sogar Command & Conquer: Alarmstufe Rot 2 übertreffen, auch wenn die beiden nicht komplett vergleichbar sind. Und jetzt? Erscheint ein Titel quasi aus dem Nichts und ist auch gar nicht mehr so gut – etwa bei gameswelt wurde unter anderem der zu hohe Schwierigkeitsgrad kritisiert. Ich glaube, wir haben damals in der PC Games nach recht kurzem Anspielen einen Halbseiter draus gemacht.
Nochmal fast zwanzig Jahre später lag der Nach-Nachfolger nicht ganz so überraschend auf meinem Test-Clipboard und… teilt vieles mit der Serien-Geschichte. Begonnen mit einer für mich zu sehr an pure Wargames-Ästhetik erinnernden Herangehensweise, in der Sowjets die Wehrmacht schon fast verniedlichend als „Eindringlinge“ bezeichnen. Ja, die Linie der Geschmackssicherheit ist bei allen Kriegsspielen nicht beliebig scharf zu ziehen.
Das erste Command & Conquer, das zufällig stark auf Gebiet des ehemaligen Jugoslawien spielte – oder Generäle mit einer betont grenzwertigen Nahost-Fokussierung ausgerechnet 2001. Geht das ein Vierteljahrhundert später nicht besser? Nicht, dass Company of Heroes alles perfekt gemacht hätte, aber zumindest etwas mehr Sensibilität gezeigt schon.
Das ist einer der Gründe, warum ich Sudden Strike 5 nicht in den höchsten Tönen lobe – die weiteren, möglicherweise mit Déjà-vu-Effekt, im frei verfügbaren Test von Sudden Strike 5 auf gameswelt.
