Die tatsächlichen Ergebnisse aus Baden-Württemberg sind tatsächlich eine gesonderte Betrachtung wert, wegen der etwas überraschenden Aufholjagd von Bündnis 90/Die Grünen und der doch sehr überraschenden Katastrophen für SPD, Linke und FDP. Aber in diesem Superwahljahr jagt ja ein Urnengang den nächsten, also blicken wir zunächst auf die Stimmungslage für den Mainzer Landtag.
Ähnlich wie in Baden-Württemberg sah es auch hier lange nach einem deutlichen CDU-Sieg aus, hat sich aber in den letzten Wochen zu einer Aufholjagd der regierenden Partei (hier: SPD) gewandelt, allerdings mit etwas weniger Auf-die-Harke-treten-Aktionen durch die Union. So sehen seit einem Monat alle Institute die SPD ein bis zwei Punkte hinten. Leidtragende sind dennoch vermutlich alle anderen Parteien, so dass sich weder Linke, noch Freie Wähler wirklich sicher in den Parlamentssesseln wähnen sollten.

Die FDP wird ohnehin seit knapp einem halben Jahr nicht mehr ausgewiesen. Eine Neuauflage der letzten noch amtierenden Ampel wird es definitiv nicht geben – und wirklich realistisch ist nur eine Große Koalition. Immerhin heißt das für den Bundeskanzler vier Ja-finden-wir-gut-Stimmen mehr im Bundesrat.
Offenlegung: Ich war von c. 2002 bis 2009 Mitglied der FDP und bin seit 2009 Mitglied von Bündnis 90/Die Grünen. Bei keiner der kommenden Wahlen strebe ich ein Amt oder Mandat an. Ich bin in der Entwicklung von Wahlkampf-Webanwendungen für Bündnis 90/Die Grünen involviert.

