Sie grenzen aneinander, doch tatsächlich sind Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg – in denen diesmal nur fast gleichzeitig gewählt wird unterschiedlicher, als der Instinkt meint. Aus Stuttgart heraus werden fast dreimal so viele Menschen regiert wie aus Mainz. Landschafts- und Siedlungsstruktur in Rheinland und Pfalz: Beschaulicher. Wald und Wein – aber trotzdem gute Wirtschaftsdaten. Auch politisch hat das Land seit einiger Zeit einen individuellen Kurs – seit 1991 regiert die SPD, zeitweise als einzige sozialliberale Koalition in der Bundesrepublik.
Und derzeit: Die einzig verbleibende Ampel-Regierung in einem Bundesland. Die ehemalige Ministerpräsidentin Malu Dreyer ist seit rund anderthalb Monaten nicht mehr im Amt, stattdessen versucht Alexander Schweitzer, mit einem Amtsbonus in die kommende Wahl zu gehen.

Auffallend in den Verlaufsdaten (wie immer auf meinem OneDrive): Die SPD kann die CDU immer(!) in die Schranken weisen. Auch wenn es für eine klassische Zweierkoalition vor fünf Jahren nicht mehr reichte, taten sich kleine Parteien immer sehr schwer, wirklich signifikante Stimmenanteile zu erzielen. Nur im Fukushima-Windschatten es für Bündnis 90/Die Grünen einmal besser aus. Die Linke in ihren verschiedenen Inkarnationen blieb ohne Relevanz. Große Überraschung war 2021 der Einzug der Freien Wähler – im Folgebeitrag schauen wir uns an, wie sich die Situationen verschieben können.
Offenlegung: Ich war von c. 2002 bis 2009 Mitglied der FDP und bin seit 2009 Mitglied von Bündnis 90/Die Grünen. Bei keiner der kommenden Wahlen strebe ich ein Amt oder Mandat an. Ich bin in der Entwicklung von Wahlkampf-Webanwendungen für Bündnis 90/Die Grünen involviert.

