Habe ich eigentlich bei einem dieser Südwestblogbeiträge schon einmal die Geschichte erzählt, wie ich 2011 bei meinem morgendlichen Pendeln aus dem ICE stieg und dann alles voller Nachrichten über Fukushima war und in diesen Wochen bahnte sich die erste bündnisgrün geführte Landesregierung an? Ja, habe ich. Na gut.
Seit diesem letzten Rückblick sind immerhin fünf Jahre vergangen und Dinge haben sich weiter geändert. Der 2011 ins Amt gewählte Winfried Kretschmann, der die Zustimmung für seine Partei zwei Mal ausbauen konnte etwa tritt nun erneut an, stattdessen bemüht sich der ehemalige Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir um den bestgepolsterten Regierungssessel.
Die Wahlen bis zum Jahr 2021 haben ein paar für The Länd markante Punkte gezeigt:

- eine notorische schwache SPD, die zuletzt vor zwanzig Jahren zweitstärktste Kraft war
- eine – angesichts der Reputation des Landes als Bastion des Liberalismus – ordentliche, aber keineswegs sichere FDP, die nur ein einziges Mal seit der Wiedervereinigung vor den Bündnisgrünen lag
- eine praktisch nicht existente PDS/Linke/WASG/Spartakusbund, auch zu Zeiten, als es um die Genoss:innen insgesamt gut aussah
- immer starke Kräfte rechts der Union (siehe auch mein Beitrag zum Republikaner-AfD-Vergleich)
- Union und Bündnis 90/Die Grüne im Wechsel an der Spitze, mit ordentlichem Kretschmann-Bonus zuletzt
Was davon sich dieses Jahr ändert wird? Einiges – demoskopisch wie auch im Umgang der Parteien untereinander sind wir weit entfernt von einer fabulisierten Limetten-Koalition, dazu mehr im zweiten Teil dieser Reihe demnächst.
Offenlegung: Ich war von c. 2002 bis 2009 Mitglied der FDP und bin seit 2009 Mitglied von Bündnis 90/Die Grünen. Bei keiner der kommenden Wahlen strebe ich ein Amt oder Mandat an. Ich bin in der Entwicklung von Wahlkampf-Webanwendungen für Bündnis 90/Die Grünen involviert.

