Anno 1602: Ein Gedicht

SpieltriebWorte, Noten, seltener Gerüche

Wählt euer Banner und schifft durch die Wellen!
Findet ein Eiland, baut ein Kontor,
Errichtet Häuser, den Markplatz, Kapellen -
Holzfäller dahinter und Fischer davor.
Bewirtschaftet Wälder, bestellt die Felder,
Baut Wege landeinwärts, geradeaus.
Mästet die Kälber, treibt ein Steuergelder,
Eröffnet die Schule, das Badehaus.

Befehlt den Früchten, voll zu sein,
Bringt euren Siedlern Brot zum Dank.
Holt aus dem Norden roten Wein,
Karrt ihn ins Wirtshaus für den Schank.
Im Süden lasst Kakao gedeihen:
Kaufleute wünschen süßen Trank.
Aus Adelshäusern näselt ein Schreien:
Es mangelt an Schmuck - und schnell droht Zank.

Die Minen versiegen! Kein Baumaterial.
Missernten, Hungersnot, Feuer!, Die Pest.
Die Fratze des Todes durchzieht unser Tal.
Der Wachturm sieht Regung im Freibeuter-Nest.

Die Stunde schlägt: Bemannt die Türme,
Entsendet Schiffe und Kanonen!
Schickt unsere Flotte durch Kugel-Stürme,
Zum Schutze der Welt, die wir bewohnen.

Ein schmerzhafter Sieg. Kaum Zeit für Gebete.
Bringt rasch zurück den alten Glanz.
Es braucht Diskurs in andere Städte,
Es braucht so manche Allianz!

Treibt voran den guten Handel
Mit anderen Völkern und selbst den Rivalen.
Baut weiter an der Städte Wandel.
Auf dass wir glorreiche Zukunft malen.


So wurdet ihr damals ein würdiger Held,
Mit Banner, Schiff und Plan dabei:
Die Erschaffung einer neuen Welt.
Damals. Einst. Anno 1602.

Die intensive Beschäftigung mit der Anno-Marke und -Genesis in den letzten Monaten hat es in meinen reimenden Gehirngegenden wieder rumoren lassen.

Und auch wenn möglicherweise ein Cringe-Faktor gegeben ist: Das ist es. Richtig, gibt ein paar In-Game-Zitate, die entsprechenden Bevölkerungsstufen und natürlich eine Rilke-Anspielung. Ingesamt wollte ich auch ein wenig den legendären (und sehr rasant erzählten) Ankündigungstrailer spiegeln.

Das war’s auch schon. Wie Otto gerne am Ende von Sketchen sagte: Sie können’s mir ja beim nächsten Mal zurückgeben.

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