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Und hört im Herzen auf zu sein

Eines meiner Lieblingsgedichte von Rilke ist “Der Panther”. Auch ohne Otto Sanders, wenngleich die Deutsch-Lehrerin mit der Rilke-Projekt-CD vor siebzehn Jahren damit begann. Auch wenn etwas klischeebeladen ist, ich halte das Werk für ein wahnsinnig sprachgewaltiges Gedicht, das quasi alle Lyrik-Register bedient, von cleverer Rhythmisierung bis hin zur puren Klangarchitektur.

Und deswegen schrieb ich dereinst auch auf meinem Pentium-90-Notebook eine Klavierkomposition dazu, die ich vor Kurzem fertig arrangiert hatte (danke Jennifer Kaergel) – und nun endlich aufgenommen. Tada:

(Richtig: die linke Hand sorgt für die “Stäbigkeit” des Panther-Käfigs, und in der zweiten Hälfte geht der Vorhang der Pupille langsam auf, um dann schließlich doch im Herzen aufzuhören.)

 

Die „Caesar 2“-Titelmusik

Nachfolgend der Verfasser dieses Blogs in Bild und Ton mit der Wiedergabe eines kurzen Stückes, namentlich des Menü-Themas zu Caesar 2, einem Aufbaustrategiespiel aus dem Jahre 1997. Das Stück (hier das PDF) selbst ist relativ kurz und unspektakulär – der weißbärtige Kalauer, dass nach dem Erlernen des dritten Akkords der nächste Schritt die erste Single ist, trifft hier zu.

 

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Und dann und wann ein weißer Elefant

Nach langer Zeit melde ich mich diesmal mit einem kompletten Themensprung und präsentiere Musik. Von mir geschrieben und gespielt. Und hochgeladen! Und eingebunden!

Da ich davon ausgehe, dass die meisten keine besondere Nahelegung von Rilke-Gedichten in deutschgrundkursartiger Form wünschen, belasse ich es bei: Das Stück ist meine musikalische Adaption des Gedichtes, und ich hoffe, ein paar der Elemente kommen auch entsprechend rüber.

Vielen Dank für die Unterstützung beim Feinschliff der Komposition sowie bei der Aufnahme an die großartige Jennifer Kaergel.

Licht aus, Spot an (3)

Anmerkung: Bei diesem Beitrag handelt es sich um einen importierten Artikel aus meinem Blog bei der PC-Games-Community.

Nicht ganz überraschend: In der heutigen Ausgabe meiner schon bald von den Produzenten weltweit gefürchteten Film-Kolumne beschäftige ich mich mit dem zweiten Teil von L’auberge espagnole [IMDb-Link]. Der übrigens nur in Deutschland auch als solcher verkauft wird. In Frankreich lief er – signifikant erfolgreicher – unter dem Titel Les Poupées Russes.

Und damit geht das ganze Missverständnis dieses sehr französischen Filmes (mit wirklich lustigen Einlagen wie einem dreifachen Xavier mit Flöte und Schellen im Hintergrund, während er in die Kamera Unsinn erzählt) los. Der deutsche Zuschauer erwartet dann möglicherweise eine ähnlich stringente Dramaturgie wie im ersten Teil – davon kann aber bei den russischen Puppen keine Rede sein.

Im Zentrum der Geschichte steht wieder Xavier, wieder mit etlichen Selbstfindungsproblemen, die sich allesamt um die holde Weiblichkeit drehen. Nachdem er in Paris vorerst kein Glück findet, kommt er während der Vorbereitungen zu einer Hochzeit in St. Petersburg wieder mit Wendy, der Britin aus seiner Ursprungs-WG, in Kontakt. Natürlich ist sie aber nicht die einzige Frau, nach der er seinen Hals wendet…

…auch wenn sich der Film redlich bemüht, Xaviers Handlungsschritte dabei nachzuvollziehen, bleibt ein relativ unbefriedigter Gesamteindruck – weil der Typ einfach mit allem davonkommt. Das ändert nichts daran, dass in der mannigfaltigen Erzählstruktur verschiedene schöne Geschichten liegen – und ein wunderbarer Soundtrack. Dem großen Erbe des [ersten] Films kann WIedersehen in St. Petersburg nicht [ganz] gerecht werden, manche Passagen sind auch etwas zu künstlerisch-langatmig geraten – aber für einen Videoabend mit nicht allzu action-affinen Freunden taucht taugt der Streifen allemal!

[Gerade bei Youtube gefunden: DIe tatsächlich beste Szene daraus. Großartige Musik: Beth Gibbons.]

Licht aus, Spot an (2)

Anmerkung: Bei diesem Beitrag handelt es sich um einen importierten Artikel aus meinem Blog bei der PC-Games-Community.

So, nachdem meine Affinität zu Teenie- respektive Post-Teenie-Filmen jetzt zweimal für Entrüstung gesorgt hat, möchte ich mit diesem Beitrag um Ablass bitten. Zwar ist der besprochene Streifen auch wieder diesseits der 25 Lebensjahre zu verorten, aber dafür kann ich die Kriterien “französischer Film”, “mehrsprachig” und “Untertitel” abhaken =)

Die Rede ist von L’auberge espagnole – Barcelona für ein Jahr [IMDb-Link]. Die Geschichte des ersten Teils (Sie erahnen sicher, was in der nächsten Folge dieser Serie besprochen wird). Xavier, ein Student im letzten Semester (also 13tes oder so  😀 ), möchte im Hinblick auf eine mögliche Anstellung bei der Europäischen Union ein Jahr in Spanien (jepp, Barcelona, um genau zu sein, obwohl man Madrid eigentlich für gescheiter halten möchte) verbringen. Dagegen spricht neben den üblichen Bürokratie-Obstakeln seine Beziehung zu Martine (Amélie-Darstellerin Audrey Tautou), die womöglich die gigantische Entfernung nicht überleben wird (die Beziehung, nicht die Dame 😉 ).

In Barcelona angekommen, bleibt Xavier zunächst kurz bei einem merkwürdigen Arzt, der ihn am Flughafen angesprochen hat und mit dessen Frau er letztlich eine Affäre anfängt, sucht sich dann aber eine WG, wie sie chaotischer nicht sein könnte. Ein Däne, ein italiener, eine Spanierin, eine Britin, später noch eine Franzosin und ein Deutscher leben in der Bude und streiten und lärmen, dass es dem Zuschauer eine Freude ist.

Vor allem gelungen am Film sind die allegorischen Bezüge: Barcelona als Stadt, in der sich Xavier ebensowenig zurechtfindet wie in seinen Gedanken, eine WG, deren Kakophonie seine eigene Unsicherheit spiegelt. Warum mich der Film persönlich anspricht? Neben den wirklich liebenswerten Charakteren, dem tatsächlich vollkommen stubenreinen Humor vor allem dieses ewige Thema Selbstfindung jenseits der eigentlich doch gemochten Heimat… 😉