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	<title>Der Burtchen bloggt</title>
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	<description>Noch so ein Selbstdarsteller</description>
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		<title>Kochkurs im Kochhaus – ein Erfahrungsbericht</title>
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		<pubDate>Fri, 03 Feb 2012 13:49:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Der Burtchen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Nahrungsmittelzufuhr]]></category>
		<category><![CDATA[Kochhaus]]></category>
		<category><![CDATA[Kochkurs]]></category>
		<category><![CDATA[Prenzlauer Berg]]></category>

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		<description><![CDATA[Zu einem der bemerkenswerten Gentrifizierungsfeatures von Prenzlauer Berg zählt der damit einhergehende Strukturwandel im Einzelhandel. Offensichtliche Neuzugänge sind alle möglichen Läden, in denen man Kaffeegetränke in Pappbechern oder Biokram in Papiertüten heraustragen kann. Ein weiteres Beispiel lässt sich seit einiger Zeit an der Eberswalder Straße beobachten. Genau an jener gemeingefärlichen Kreuzung mit drei Straßenbahnlinien hat [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zu einem der bemerkenswerten Gentrifizierungsfeatures von Prenzlauer Berg zählt der damit einhergehende Strukturwandel im Einzelhandel. Offensichtliche Neuzugänge sind alle möglichen Läden, in denen man Kaffeegetränke in Pappbechern oder Biokram in Papiertüten heraustragen kann. Ein weiteres Beispiel lässt sich seit einiger Zeit an der Eberswalder Straße beobachten. Genau an jener gemeingefärlichen Kreuzung mit drei Straßenbahnlinien hat sich im spitzen Winkel der Pappelalllee der ehemalige rossmann verabscchiedet und dafür einem Kochhaus Platz gemacht.</p>
<p><a title="Kochhaus" href="http://www.kochhaus.de">Kochhaus</a>, das „begehbare Rezeptbuch“, legt im Nahrungsmitteleinzelhandel den Schwerpunkt klar auf Usability bei reduziertem Funktionsumfang: Angeboten werden nicht einfach Produkte im Regal (abgesehen von etwas Wein-, Pesto- und Brotaufstrichauswahl), sondern jeweils wechselnde Rezepte, für die meist alle Zutaten direkt in exakt der nötigen Dosierung zur Hand stehen.</p>
<p>Kurz gesagt: Ein großartiges Konzept: Das lange Suchen nach der ein oder anderen exotischen Zutat in Rezepten entfällt, ebenso die Frage, was nun mit dem Rest der 500-Gramm-Packung Exoticum für die nächsten Jahre geschehen soll. Auch der Auswahlprozess für das Rezept geschieht eben direkt vor Ort und erlaubt es, das so verbindende gemeinsame Kochen zu erleben, ohne die weniger annehmlichen Komponenten daran. Für Kochhaus wiederum liegt der Vorteil in einer auf die tatsächliche Menge der Nahrungsmittel höheren Marge und natürlich in einer allgemeinen Kundschaft, die für Nahrungsmittel grundsätzlich angemessene Preise zu zahlen bereit ist.<span id="more-1197"></span></p>
<p>Wir haben bis jetzt vier Rezepte von Kochhaus ausprobiert und waren ein jedes Mal zwischen angetan und extrem begeistert. Was lag also näher, als einmal einen der <a title="Kochkurse bei Kochhaus" href="http://www.kochhaus.de/veranstaltungen/kochkurse/">angebotenen Kochkurse</a> anzunehmen? 75 Euro pro Person sind nicht eben wenig, aber zum Beispiel bei Mydays oder Jochen Schweizer kosten die Kurse grundsätzlich ähnlich viel. Da das Zubereiten der Rezepte sonst immer viel Spaß macht und auch Lerneffekt bringt, sahen wir dem Kurs „Genüsse der mediterranen Winterküche“ mit einiger Vorfreude entgegen.</p>
<p>Erste Feststellung am Abend des Kochkurses: Organisation scheint nicht die Stärke des Ladens zu sein. Der Koch hatte offenbar nicht bescheid bekommen, dass Vegetarier unter den Teilnehmern waren – angesichts der Tatsache, dass das ein Standard-Formularfeld bei der Registrierung ist und wir auch vorher im Laden nachgefragt hatten, verwunderlich.</p>
<p>Vierzehn Teilnehmer indes mögen für Kochhaus eine stabile Einnahmequelle sein, für einen intensiven Kurs ist es etwas zu viel – allein, weil der Platz an der Kücheninsel gerade noch so ausreichte. Die eigentliche Arbeit hingegen ließ sich nur mühsam gleichmäßig verteilen – beim Gemüseschneiden waren noch alle beschäftigt, doch später gab sich das immer mehr, so dass nur die strategisch am Herd platzierten wirklich mitspielen durften. Immerhin: Der Koch selbst überzeugte, konnte bei allen Fragen über Garzeit und -verhalten von tierischen und pflanzlichen Zutaten sein Wissen präsentieren; dessen Weitergabe stand aber nur teilweise im Vordergrund – aber es gibt ein Rezeptheftchen zum mitnehmen, wenn auch weniger schön gemacht als die üblichen Kochhaus-Broschüren. Einige (wenige) Dinge machte er auch komplett selbst.</p>
<p>Allerdings: Das Essen, auch wenn der „Selbst gemacht“-Faktor höher heute sein können, war wirklich phantastisch – nur die Nachspeise, der Kochhaus-Dauerbrenner halbflüssiger Schokokuchen, enttäuschte etwas.</p>
<p>So ist der subjektive Eindruck des Abends eher der eines Seminars mit ein wenig Zuarbeit für den Koch und einem (großartigen!) gemeinsamen Abendessen mit anderen (überwiegend) Paaren aus Prenzlauer Berg, genauso unterhaltsam, wie man es sich vorstellt. Das Kochhaus-Personal schenkte zwischendurch eifrig Rot- und Weißwein nach, was einige der Teilnehmer als primäre Quelle zu nutzen schienen, um die 75 Euro wieder hereinzuholen.</p>
<p>Der Abend war in der Summe unterhaltsam, lecker und gar nicht einmal so kurz – nur unter dem Titel „Kochkurs“ sollte man sich keine allzu großen Vorstellungen machen.</p>
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		<title>Eine mögliche Bundesversammlung 2012</title>
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		<pubDate>Thu, 05 Jan 2012 22:47:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Der Burtchen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Bundesvollversammlung]]></category>
		<category><![CDATA[Christian Wulff]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich möchte mich nicht an der aktuellen Diskussion beteiligen, ob und in welcher Form wer wie angemessen, unangebracht oder unklug reagiert hat, an welcher Stelle Misstrauen aufspringen sollte oder könnte, aber es nicht tut … davon gibt es schon an jeder anderen Ecke im Internet genug. Stattdessen möchte ich kurz der Frage nachgehen, wie bei [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich möchte mich nicht an der aktuellen Diskussion beteiligen, ob und in welcher Form wer wie angemessen, unangebracht oder unklug reagiert hat, an welcher Stelle Misstrauen aufspringen sollte oder könnte, aber es nicht tut … davon gibt es schon an jeder anderen Ecke im Internet genug. Stattdessen möchte ich kurz der Frage nachgehen, wie bei einem möglichen Rücktritt des Bundespräsidenten Christian Wulff vor der Landtagswahl in Schleswig-Holstein eine etwaige Bundesversammlung aussehen <em>könnte</em>. (Zum Vergleich: <a title="Bundesversammlung: Endgültige Zusammensetzung" href="http://www.der-burtchen.de/2010/06/bundesversammlung-endgultige-zusammensetzung/">Zusammensetzung Bundesversammlung 2010</a>)</p>
<p><img src="https://docs.google.com/spreadsheet/oimg?key=0AptgXJ5DQUFldGhEbms3WlRNV1NxdmwzNGdkNGpUNnc&#038;oid=2&#038;zx=ed5vmg2197xy" /></p>
<p>Die unten stehende Tabelle ist dabei nur eine Annäherung, denn das eigentliche Verfahren ist doch recht komplex. Die Bundesversammlung setzt sich</p>
<ul>
<li>zur Hälfte aus den Bundestagsabgeordneten (MdB, die 'geborenen' Mitglieder) und</li>
<li>zur anderen Hälfte aus Vertretern, die aus den Landesparlamenten entsandt werden (die 'gekorenen' Mitglieder, die auch personell nicht die jeweiligen MdL/MdA sein müssen) zusammen.</li>
</ul>
<p><span id="more-1184"></span><br />
Der erste Teil davon ist ja noch einfach, doch für die zweite Hälfte wird es ein wenig komplexer:</p>
<ul>
<li>im Gegensatz etwa zum Bundesrat folgt die Zusammensetzung der 622 gekorenen Mitglieder nach Bundesländern sehr streng der jeweiligen Bevölkerungszahl und wird anhand aktueller Zensusdaten angepasst</li>
<li>beim Vergabeverhalten kommt es zu einigen Restplätzen, die per Losverfahren vergeben werden, wovon im vorletzten Jahr das Mitte-Rechts-Lager vornehmlich profitierte</li>
</ul>
<p><iframe width='500' height='320' frameborder='0' src='https://docs.google.com/spreadsheet/pub?hl=en_US&#038;hl=en_US&#038;key=0AptgXJ5DQUFldGhEbms3WlRNV1NxdmwzNGdkNGpUNnc&#038;single=true&#038;gid=0&#038;range=A1%3AD12&#038;output=html&#038;widget=true'></iframe></p>
<p>Für meine Analyse (<a href="https://docs.google.com/spreadsheet/pub?hl=en_US&#038;hl=en_US&#038;key=0AptgXJ5DQUFldGhEbms3WlRNV1NxdmwzNGdkNGpUNnc&#038;single=true&#038;gid=1&#038;output=html" title="Tabelle: Gekorene Mitglieder zu einer möglichen Bundesversammlung 2012">Detail-Tabelle</a>) bin ich wie folgt vorgegangen:</p>
<ul>
<li>Die geborenen Mitglieder komplett übernommen.</li>
<li>Die gekorenen Mitglieder für alle Länder, in denen 2011 keine Landtagswahl stattfand, komplett übernommen.</li>
<li>In den übrigen Ländern die aktuelle Zusammensetzung einfach bestmöglich (inkl. Rundungsfehlerbeseitigung – siehe die entsprechenden Kommentare) auf die 2010 erhaltene Anzahl an Vollversammlungsvertretern heruntergerechnet.</li>
</ul>
<p>Das Ergebnis: Schwarzgelb verliert ca. 22 Mitglieder und wäre praktisch darauf angewiesen, einen koalitionsübergreifend akzeptierten Kandidaten zu finden, weil sonst das Losglück oder einzelne Abweichler einen viel zu großen Einfluss nehmen könnten.</p>
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		<title>Ein guter Monat University of Liverpool: erste Erfahrungen</title>
		<link>http://www.der-burtchen.de/2011/12/ein-guter-monat-university-of-liverpool-erste-erfahrungen/</link>
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		<pubDate>Wed, 28 Dec 2011 21:43:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Der Burtchen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fortbildung]]></category>
		<category><![CDATA[Open University]]></category>
		<category><![CDATA[University of Liverpool]]></category>

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		<description><![CDATA[Nachdem nun endlich der (überraschend gute) Honours-BA der Open University im Kasten ist, habe ich mich im letzten Monat voll und ganz auf das Master-Studium an der University of Liverpool gestürzt (das Fernstudium läuft über Laureate International Universities). Grundsätzlich können meine bisherigen Beobachtungen weniger fachlicher als primär methodischer respektive administrativer Natur sein, aber auch hierbei [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nachdem nun endlich der (überraschend gute) <a title="Open University Qualification - BA (Honours) Humanities" href="http://www3.open.ac.uk/study/undergraduate/qualification/b03.htm">Honours-BA</a> der Open University im Kasten ist, habe ich mich im letzten Monat voll und ganz auf das <a title="University of Liverpool – Online Degree: Software Engineering MSc" href="http://www.liv.ac.uk/study/postgraduate/taught_courses/software-engineering-online-msc.htm">Master-Studium an der University of Liverpool</a> gestürzt (das Fernstudium läuft über <a title="Laureate Online Education, B.V. (University of Liverpool)" href="http://laureate.net/OurNetwork/Europe/TheNetherlandsandUnitedKingdom/LaureateOnlineEducationBVUniversityofLiverpool.aspx">Laureate International Universities</a>). Grundsätzlich können meine bisherigen Beobachtungen weniger fachlicher als primär methodischer respektive administrativer Natur sein, aber auch hierbei tun sich einige interessante Unterschiede zur Open University auf.</p>
<p>Im Vergleich sind die Kollegen aus Milton Keynes regelrecht papierverliebt. Ich habe bis jetzt noch keinen einzigen Brief bekommen, keine Zahlungsbestätigung, keine Immatrikulationsbeschreibung, keine Kursunterlagen, keine Image-Broschüre, kein Flyer des Studentenwerk-Äquivalentes. Es würde mich nicht wundern, wenn selbst das Master-Zertifikat als PDF-Attachment ankommt. Auch wenn die Open University keineswegs viele Sendungen verschickt hat (und <a title="DD307: Kursunterlagen da, erstes Schnuppern, Weihnachtspause – in diesem Artikel nennt Sonja beispielhaft den Kurskalender, den es früher noch in Papierform gab" href="http://openstudent.wordpress.com/2011/12/11/dd307-kursunterlagen-da-erstes-schnuppern-weihnachtspause/">im Zuge der Sparmaßnahmen ja immer weiter eindämmt</a>), so ist das Duo Liverpool/Laureate doch bemerkenswert konsequent. Die schreiben "Online Degree", die meinen es!<span id="more-1177"></span></p>
<h3>Einführung und Betreuung: Geradezu fürsorglich</h3>
<p>Das heißt jedoch keineswegs, dass Betreuung klein geschrieben wird, im Gegenteil. Meine gegenwärtigen Ansprechpartner sind ein Enrolment Advisor, ein Student Support Advisor, technische Assistenz – sowie die jeweiligen Tutoren (die "Instructor" genannt werden). E-Mails werden zügig beantwortet, manche auch grundsätzlich sofort per Anruf. Das ist schlichtweg sehr gut gelöst, vielleicht fast ein wenig zuviel.</p>
<p>Zudem möchte die Universität sicher stellen, dass wirklich alle Details des Online-Systems wie auch des akademischen Arbeitens allgemein klar sind: WebEx-Meetings (also Online-Seminare) und zwei Einführungskurse beschäftigen sich ausführlich mit den verwendeten Kursverwaltungssystemen oder <a title="Turnitin" href="https://turnitin.com/static/index.php">Turnitin</a>, aber auch mit Fragen des richtigen Zitierens, den Ansprechpartnern, dem Aufbau der Kurse und und. Angesichts der Tatsache, dass die Zielgruppe Master-Studenten sind, fast ein wenig übertrieben, und zumindest latent auch etwas aufdringlicher als die vielen Mails, welche die Open University diesbezüglich verschickte, weil etwa selbst die Einführungskurse echte Anwesenheit und Partizipation erfordern. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau und sollte für niemanden im steinigen Terrain höherer Bildung ein Problem darstellen, erst recht nicht im Vergleich zu so manch bürokratischer Unbill, die andere Institutionen präsentieren.</p>
<p>Was mich dagegen verblüfft hat: Dafür, dass eben wirklich alles online gemacht wird, sind die verwendeten Systeme überraschend altmodisch und umständlich zu bedienen. Wieder einmal: Nichts ist ein Drama und schon mildert ein Eingewöhnungseffekt das ab – aber dennoch muss ich mich etwa regelrecht zwingen, nicht das OpenU-Bibliothekssystem zu nutzen, weil das aus Liverpool vorher mehr Klicks erfordert und zwischendrin mehr neue Fenster öffnet. (Die Resultate sind übrigens identisch, weil beide auf <a title="EZproxy authentication and access software " href="http://www.oclc.org/us/en/ezproxy/default.htm">dem gleichen System</a> beruhen.) Auch die eingesetzten Foren auf Java-Basis haben einen verblüffenden oldschool-Touch, ich konnte bis jetzt auch nicht herausfinden, wie ich Threads per RSS abonniere – was angesichts der Relevanz der Posts (dazu gleich mehr) schon schade ist. Und, eine potenzielle Falle: Die Eingangsbeiträge der jeweiligen Wochenforenthreads müssen zweimal abgeschickt werden – einmal im Forum, einmal per Turnitin.</p>
<h3>Der Wochenplan: Nichts für Freunde wochentäglicher Fernsehabende</h3>
<p>Aus den genommenen Aufgabenstellungen ergibt sich letztlich ein sehr <strong>strikter Wochenplan</strong>. Donnerstag und Freitag ist das zentrale Anliegen der Konsum der wöchentlichen Lektüre – das bewegt sich durchschnittlich im Umfang von 80 bis 100 Buchseiten, wobei sich naturgemäß einige Abkürzungen ergeben, zum Beispiel durch optionale Kapitel oder dadurch, dass man sich die Übungsaufgaben etwas aufschiebt.</p>
<p><strong>Spätestens Samstag</strong> müssen dann im Regelfall zwei Forenbeiträge verfasst werden – die Tutorin veröffentlicht die Fragen am Dienstag, es ist je eine Antwort zwischen 300 und 500 Wörter (knapp die Hälfte dieses Beitrages) mitsamt ordentlicher akademischer Referenzierung (Harvard, wie auch bei der Open University) erwünscht.</p>
<p><strong>Üblicherweise Sonntag bis Mittwoch</strong> bleibt das Forum Hort der eigenen Aktivität. Da das entsprechende Forum öffentlich ist, posten entsprechend auch alle anderen Studierenden. Und hier kommt eine der wesentlichen Komponenten der University of Liverpool zum Tragen, nämlich die aktive Beteiligung im Forum, die auch tatsächlich ein Drittel der Bewertung einnimmt. (Die anderen zwei Drittel teilen sich die beiden Anfangsbeiträge sowie das Assignment.)</p>
<p>Verpflichtend sind mindestens drei Antworten zu jedem Thema, besonders erwünscht sind natürlich Antworten auf die Posts der anderen Studenten, mitunter stellt auch die Tutorin Zwischenfragen. Hinzu kommen noch ein paar optionale Threads, welche die Tutorin eröffnet – gut, dass das Beitragsmaximum für die Woche bei 20 gesetzt wird.</p>
<p><strong>Spätestens am Mittwoch</strong> wiederum müssen die eigentlichen Assignments abgegeben werden. Das sind, in bester OpenU-Naturwissenschaftsmanier, Kaskaden an Aufgaben abzuarbeiten, wobei die jeweils für sich etwas einfacher und weniger umfangreich sind als die TMAs bei der OpenU. Aber das ist ja auch verständlich, schließlich möchte die OpenU im Regelfall nur eine Handvoll davon, während die University of Liverpool Assignments im Wochenrhythmus einfordert.</p>
<p>(Ich habe mittlerweile meinen Rhythmus übrigens vorgezogen, um früher in die Forendiskussionen einsteigen zu können, weil es gerade in der jüngsten Zeit auch ein paar Mal geschah, dass alle ,einfachen‘ Fragen am Samstag schon in aller Epik diskutiert waren.)</p>
<p>Unmögliches wird einem  nicht verlangt – aber die Auflistung macht deutlich, dass für exzessive Pausen und Prokrastination keine Gelegenheit bleibt, und der zeitliche wie intellektuelle Aufwand zieht auch im Verlauf merklich an. Gleichzeitig ist der enge Zeitplan aber auch ein guter Schutz davor: Weil immer innerhalb der nächsten vier Tage irgendeine Deadline ansteht, bleibt man zwangsläufig immer bei der Sache. Für eine nachhaltige Bewertung dieser Gewichtung und Systematik ist es schlichtweg noch zu früh, nach einem Monat in einem Kurs. Mein Ersteindruck sagt aber, dass die Quantität der Posts etwas zuviel Hektik erzeugt, auch wenn ich die Intention eines lebendigen und intensiven Austauschs zwischen den Studierenden nachvollziehen kann.</p>
<p>Betont werden sollte, dass der Rhythmus streng durchgezogen wird – die einzelnen Kurse kann man sich aussuchen, zwischen ihnen besteht eine knapp einwöchige Pause. Aber drinnen wird auf nichts Rücksicht genommen, auch nicht auf Weihnachten oder andere Feiertage – so dass ich sowohl Heiligabend als auch beim Familienessen Zeit im Online-System verbrachte. Und: Forenbeteiligung ist ausdrücklich von allen durch den Tutor möglichen Aufschüben ausgenommen.</p>
<p>Die Benotung erscheint mir teilweise etwas streng, teilweise gnädig – in jedem Fall ist sie weniger spezifisch als bei der Open University. Die Tutorin schickt am Samstag einen Absatz mit je einem Satz voller Adjektive über die Bestandteile (Diskussion, Forenbeteiligung, Hausaufgabe). Es gibt Musterlösungen, aber keine en-detail-Kritik wie bei den teilweise akribisch mit Kommentaren versehenen PDFs und Word-Dokumenten in Milton Keynes.</p>
<p>Nach sechs Wochen lässt sich also feststellen: Die Unterschiede zur OpenU sind durchaus deutlich – zwar ist man auch in Liverpool immer noch allein am Rechner, aber der Eindruck eines asketisch-eremitschen Selbststudiums tritt aufgrund der permanenten Foreninteraktion in den Hintergrund – wenngleich das eigentliche Pensum und besonders der Abgabendruck etwas höher liegt.</p>
<p>Und mit diesem Artikel wünscht dieses Blog alles Gute fürs kommende Jahr, in dem wir uns mit Neuigkeiten aus Liverpool und, Landtagswahlen in Sicht, aus Schleswig-Holstein melden.</p>
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		<title>Von Milton Keynes nach Liverpool: Fernstudium - die Fortsetzung</title>
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		<pubDate>Thu, 03 Nov 2011 21:48:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Der Burtchen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fortbildung]]></category>
		<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Open University]]></category>
		<category><![CDATA[Software Engineering]]></category>
		<category><![CDATA[University of Liverpool]]></category>

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		<description><![CDATA[(Bitte beliebige einigermaßen schmissig pointierte Einleitung über Hollywoodfortsetzungswahn denken. Danke.) Rund zwei Wochen ist es her, dass ich meine letzte Prüfung für die Open University geschrieben habe, im Astronomie-Kurs S282. Auch wenn das keine absolute Glanzleistung war, so gehe ich doch davon aus, dass es für ein einigermaßen akzeptables Bestehen gereicht hat – und damit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>(Bitte beliebige einigermaßen schmissig pointierte Einleitung über Hollywoodfortsetzungswahn denken. Danke.)</p>
<p>Rund zwei Wochen ist es her, dass ich meine letzte Prüfung für die Open University geschrieben habe, im <a title="Open University: Astronomy" href="http://www3.open.ac.uk/courses/s282-podcastcourse">Astronomie-Kurs S282</a>. Auch wenn das keine absolute Glanzleistung war, so gehe ich doch davon aus, dass es für ein einigermaßen akzeptables Bestehen gereicht hat – und damit mein Soll an Credits sowohl für das <a title="Open University: Certificate in Astronomy and Planetary Science" href="http://www3.open.ac.uk/study/undergraduate/qualification/c58.htm">Zertifikat in Astronomie</a>, als auch, ungleich wichtiger, für den <a title="Open University: B.A. (Hons) Humanities" href="http://www3.open.ac.uk/study/undergraduate/qualification/b03.htm">B.A. (Hons) Humanities</a> erfüllt ist. Das wäre gut und schlösse dementsprechend dieses Kapitel. Vermutlich werde ich noch einmal einen Gesamtrückblick des Studiums verfassen, aber zunächst ist das ein hinter mir liegender Abschnitt.</p>
<p>In einer angenehmen zeitlichen Dichte trudelte heute früh eine Mail mit dem Betreff „Admission“ ein, Absender war die University of Liverpool. Ab Kursbeginn 17. November geht es hier los, ich beginne einen <a title="University of Liverpool: Software Engineering MSc" href="http://www.liv.ac.uk/study/postgraduate/taught_courses/software-engineering-online-msc.htm">MSc in Software Engineering</a>. Ich hatte noch keine Möglichkeit, die Online-Tools etc. einzusehen, daher kann ich noch nicht viel zur Vergleichbarkeit sagen, zumal ein Master und ein B.A. inklusive den 10-Punkt-Kurzkursen schlichtweg in anderen Erwartungshorizonten auf beiden Seiten angesiedelt sind.<span id="more-1170"></span></p>
<p>Zumindest ich hatte bisher den Eindruck, dass der Kontakt ein wenig persönlicher ist. Ich mochte das vergleichsweise unbürokratische Vorgehen bei der Open University (<a title="Credit Transfer an der Open University – ein Erfahrungsbericht" href="http://www.der-burtchen.de/2011/05/credit-transfer-an-der-open-university-%e2%80%93-ein-erfahrungsbericht/">nehmen wir den Credit Transfer einmal aus</a>) sehr – bei einer Frage ans Web-Formular wenden und 1-3 Tage später eine Antwort haben. Theoretischer Nachteil dadurch ist, dass fast immer verschiedene Leute die einzelnen Anliegen bearbeiten und in den sicher denkbaren Szenarien für Interdependenzen verschiedener Probleme und Fragestellungen Kontext fehlt, aber das hat sich bei mir nie ergeben. Zudem war das Ganze zeitlich extrem ungebunden.</p>
<p>Bei der University of Liverpool hingegen läuft die administrative Kommunikation derzeit über einen Enrolment Advisor, der sozusagen individuelle Betreuung durchführt, und zwar primär am Telefon. In Abhängigkeit von der persönlichen Erreichbarkeit am mobilen Fernsprecher erhöht das die Komplexitität durchaus ein wenig, stellt aber gleichzeitig sicher, dass wenig Informationen verloren gehen. Ich komme bis jetzt mit meinen Verfahren prima zurecht, meinem individuellen Kommunikationsverhalten wird die OpenU (die man natürlich auch anrufen kann) etwas gerechter.</p>
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		</item>
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		<title>Landtagswahlen 2011: Eine Zusammenfassung</title>
		<link>http://www.der-burtchen.de/2011/09/landtagswahlen-2011-eine-zusammenfassung/</link>
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		<pubDate>Mon, 26 Sep 2011 22:44:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Der Burtchen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
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		<description><![CDATA[Nach dem letzten sonntäglichen Wahlgang in Berlin ist nun erst einmal bis ins nächste Jahr hinein Ruhe, was angesichts des daueralerten Zustandes der Republik sicher keine schlechte Nachricht ist. In der Zwischenzeit wird es sich lohnen, die Entwicklung der Piraten zu verfolgen, ebenso wie die Maßnahmen der FDP, Salonfähigkeit herzustellen. Indes bietet dieser Moment für [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nach dem letzten sonntäglichen Wahlgang in Berlin ist nun erst einmal bis ins nächste Jahr hinein Ruhe, was angesichts des daueralerten Zustandes der Republik sicher keine schlechte Nachricht ist. In der Zwischenzeit wird es sich lohnen, <a title="Rückblick 2011: Wie übertragbar und repräsentativ ist der Erfolg der Piraten in Berlin?" href="http://www.der-burtchen.de/2011/09/ruckblick-2011-wie-ubertragbar-und-reprasentativ-ist-der-erfolg-der-piraten-in-berlin/">die Entwicklung der Piraten zu verfolgen</a>, ebenso wie die Maßnahmen der FDP, Salonfähigkeit herzustellen. Indes bietet dieser Moment für mich eine willkommene Gelegenheit, einmal alle Wahlen zu rekapitulieren, natürlich mit der ganzen Macht der Säulendiagramme.</p>
<p>Den Anfang macht, ganz trivial, eine <strong>Übersicht aller Wahlausgänge</strong> (zunächst das Zahlenwerk, dann das erste Säulendiagramm):</p>
<p><iframe width='500' height='260' frameborder='0' src='https://docs.google.com/spreadsheet/pub?hl=en_US&#038;hl=en_US&#038;key=0AptgXJ5DQUFldDJneEx1M3Q2aG44TkN1TVF0MnBHOWc&#038;single=true&#038;gid=1&#038;range=A1%3AH8&#038;output=html&#038;widget=true'></iframe></p>
<div class="wp-caption aligncenter" style="width: 509px"><img title="Die Ergebnisse der Landtagswahlen 2011 im Überblick." src="http://www.der-burtchen.de/wp-content/uploads/2011/09/LTW2011Ergebnisse.png" alt="" width="499" height="388" /><p class="wp-caption-text">Die Ergebnisse der Landtagswahlen 2011. Erfasst wurden alle Parteien, die bei mindestens einer Wahl ins Landesparlament gekommen sind (außer BIW, weil nur in Bremen relevant).</p></div>
<p>Einige Bemerkungen dazu schon einmal:<span id="more-1156"></span></p>
<ul>
<li>die CDU wurde insgesamt zweimal stärkste Kraft (Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt), vier Mal konnte die SPD den Spitzenplatz für sich reklamieren.</li>
<li>bei drei Wahlen war die zweitstärkste Partei nicht SPD oder CDU - in Bremen und im Südwesten gelang das den Grünen, in Sachsen-Anhalt der Linken</li>
<li>die Grünen waren bei jeder Wahl vor der FDP, die FDP darüber hinaus bei jeder Wahl in den alten Bundesländern außer in Bremen vor der Linken</li>
</ul>
<p>Ein beliebtes Analyse-Instrument ist natürlich der <strong>Vergleich mit den jeweils letzten Landtagswahlen</strong> – der jedoch allein nur einen Teil der Stimmung einfängt, wie wir im Folgenden sehen werden. Zunächst die entsprechenden Säulen:</p>
<div class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><img title="Die Ergebnisse der Landtagswahlen im Vergleich zur jeweils letzten Landtagswahl." src="http://www.der-burtchen.de/wp-content/uploads/2011/09/LTW2011LTWVergleich.png" alt="" width="500" height="370" /><p class="wp-caption-text">Gewinne und Verluste im Vergleich zur jeweils letzten Landtagswahl mit entsprechend starken lokalen Schwankungen.</p></div>
<p>Gewinner in dieser Aufstellung sind klar die Grünen, während andere Parteien ein bestenfalls gemischtes Bild abgeben und, wenig überraschend die FDP überall außer in Hamburg massiv Stimmen abgebaut hat. Hier half den Liberalen, dass sie als einzige Partei nicht die Schulreform der Bürgerschaft mitgetragen hat und der von-Beust-Nachfolger Ahlhaus wenig begeisterte.</p>
<p>Hier wagt man zusätzlich noch einen Vergleich mit den jeweiligen <strong>Ergebnissen bei der Bundestagswahl</strong>, wird das Bild ein wenig differenzierter:</p>
<div class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><img title="Die Landtagswahlergebnisse im Vergleich zur Bundestagswahl." src="http://www.der-burtchen.de/wp-content/uploads/2011/09/LTW2011BTWVergleich.png" alt="" width="500" height="360" /><p class="wp-caption-text">Wieder ein Gewinn- und Verlust-Diagramm. Diesmal ist die Bezugsgröße aber das Ergebnis, das die Partei bei der Bundestagswahl im jeweiligen Land erzielte, wo akut lokale Bezüge weniger stark auftraten.</p></div>
<ul>
<li>So zeigt sich zum Beispiel, dass die SPD aus dem Tal der Tränen 2009 überall emporgekommen ist. (die Super-Ergebnisse gerade in Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern sind natürlich jeweils auch durch lokale Einflüsse bedingt.)</li>
<li>Die Grünen hingegen haben einen Verlust (Hamburg) und in Berlin einen eher mickrigen Zugewinn auf ihrer Rechnung, was klar zeigt, dass mit dem Bundetrend auch lokale Gegebenheiten wie die Unzufriedenheit mit der schwarz-grünen Regierung in Hamburg oder die schwache Künast-Kampagne in Berlin in das Ergebnis reinspielen.</li>
<li>Die Linken konnten zwar im Vergleich der jeweiligen Landtagswahlen durchaus punkten – wenn man allerdings das Ergebnis der Bundestagswahl als Grundlage nimmt, sieht die Statistik ebenso desaströs wie bei der FDP (im Median sogar darunter). Das zeigt zum Einen das unterschiedliche Wahlverhalten der Bürger auf Bundes- und Landesebene, zum anderen aber auch, dass die Partei seit der Wahl durchaus an Überzeugungskraft verliert.</li>
</ul>
<p>Und schließlich hat das Jahr auch einige <strong>Regierungswechsel</strong> gebracht:</p>
<ul>
<li>100%ige Wenden, also solche mit komplett neuer Koalition oder Partei, gab es in Hamburg und Baden-Württemberg</li>
<li>in Rheinland-Pfalz und voraussichtlich Berlin kommt es zu rot-grünen Regierungen, wobei der Ministerpräsident und dementsprechend eine Regierungspartei bleibt</li>
<li>Keine Änderungen in Bremen, Sachsen-Anhalt und (vsl.) Mecklenburg-Vorpommern.</li>
</ul>
<div class="wp-caption aligncenter" style="width: 530px"><a href="http://www.der-burtchen.de/wp-content/uploads/2011/01/Bundesrat_2011_Vollbild.png"><img class=" " title="Bundesrat am Anfang 2011" src="http://www.der-burtchen.de/wp-content/uploads/2011/01/Bundesrat_2011.png" alt="" width="520" height="325" /></a><p class="wp-caption-text">So sah die Sitzverteilung zu Jahresanfang aus (für Vergrößerung klicken).</p></div>
<p>Folglich hat die Regierung im Bundesrat sechs Sitze an das Oppositionslager verloren (neun, wenn man die CDU-Minderheitsregierung vorher zählt), ansonsten gab es keine Lager-Bewegungen in der Länderkammer – Berlin und Rheinland-Pfalz sind aus Kabinettssicht ja schon Opposition.</p>
<div class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><a href="http://www.der-burtchen.de/wp-content/uploads/2011/09/LTW2011BundesratEnde_gross.png"><img title="Voraussichtliche Zusammensetzung des Bundesrates zum Jahresende." src="http://www.der-burtchen.de/wp-content/uploads/2011/09/LTW2011BundesratEnde.png" alt="" width="500" height="313" /></a><p class="wp-caption-text">Wahrscheinliche Zusammensetzung der jeweiligen Landesregierungen und des Bundesrates nach Abschluss aller Landtagswahlen 2011 (für Vergrößerung klicken).</p></div>
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		</item>
		<item>
		<title>Rückblick 2011: Wie übertragbar und repräsentativ ist der Erfolg der Piraten in Berlin?</title>
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		<pubDate>Sat, 24 Sep 2011 21:11:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Der Burtchen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Landtagswahlen]]></category>
		<category><![CDATA[Piraten]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich spare mir die übliche "DIE Überraschung bei den Wahlen in Berlin..."-Einleitung und widme mich gleich der Fragestellung: Wie stark ist der Erfolg der Partei bei dieser Wahl eine Ausnahmeerscheinung – dazu schaue ich mir an, wie sich bei den anderen Landtagswahlen es Jahres die Stimmenanzahl (relativ wie absolut) entwickelt hat im Vergleich zu den [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich spare mir die übliche "DIE Überraschung bei den Wahlen in Berlin..."-Einleitung und widme mich gleich der Fragestellung: Wie stark ist der Erfolg der Partei bei dieser Wahl eine Ausnahmeerscheinung – dazu schaue ich mir an, wie sich bei den anderen Landtagswahlen es Jahres die Stimmenanzahl (relativ wie absolut) entwickelt hat im Vergleich zu den jeweiligen Ergebnis bei der Abstimmung zum Bundestag und zum EU-Parlament 2009.</p>
<p><strong>War Berlin nur quantitativ die stärkste Ausprägung einer bundesweiten Entwicklung, oder zeigt sich vielmehr ein differenziertes Bild für das Jahr 2011?</strong></p>
<p>Das Diagramm (Zahlen folgen ganz unten), für das ich mich entschieden habe, listet dabei sowohl absolute als auch relative Zustimmung zu den Piraten auf – die Größe der Kreise entspricht der Anzahl der Stimmen, wobei die Kreismittelpunkte jeweils auf dem Zweitstimmenergebnis in Prozent liegen. Optimal sind also Kreise, die möglichst weit oben liegen und möglichst groß sind, und eine möglichst gute Entwicklung für die Piraten wäre ein roter Kreis, der größer und höher ist als der blaue in seiner Spalte, aber ebenfalls übertrumpft wird vom gelben – also ein wachsender Anstieg in relativer wie absoluter Zustimmung von Wahl zu Wahl.</p>
<div class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><img title="Entwicklung der Piraten – Wahlen zum EU-Parlament und Bundestagswahl 2009, Landtagswahlen 2011" src="http://www.der-burtchen.de/wp-content/uploads/2011/09/Entwicklung_Piraten2011.png" alt="" width="500" height="280" /><p class="wp-caption-text">Entwicklung der Piraten – Wahlen zum EU-Parlament und Bundestagswahl 2009, Landtagswahlen 2011. Der Mittelpunkt der Kreise ist das jeweilige Zweitstimmenergebnis in Prozent.</p></div>
<p>Ein kurzer Blick auf die Abbildung genügt, um zu sehen, dass das so ideal nur in Berlin in der Fall ist. Grundsätzlich konnte sich die Piratenpartei gegenüber der Wahl zum EU-Parlament 2009 zwar immer steigern, das Bundestagswahlergebnis jedoch konnte sie bei den 2011 anstehenden Landtagswahlen keineswegs immer steigern:<span id="more-1147"></span></p>
<ul>
<li><strong>Berlin war das einzige Bundesland mit einer gestiegenen (dafür umso spektakuläreren) Zustimmung gemessen am prozentualen Zweitstimmenanteil.</strong> Einigermaßen stabil blieb noch Baden-Württemberg (was angesichts der gestiegenen Wahlbeteiligung im Umfeld der Fukushima-Katastrophe durchaus beachtlich ist), bei anderen Wahlen hingegen ging die relative Zustimmung durch die Bank um bis zu einen Prozentpunkt zurück. In der Grafik wird das daran deutlich, das fast überall der rote Kreis am weitesten oben platziert ist.</li>
<li><strong>Absolut betrachtet gewann die Piratenpartei jenseits der jüngsten Wahl nur in Bremen Stimmen</strong>, in allen anderen Ländern aber sackte sie teilweise um mehr als die Hälfte ein (Sachsen-Anhalt zum Beispiel). Ein wirkliches Muster ist hierbei nicht zu erkennen, weder in einer Unterteilung Stadtstaaten/Flächenländer, noch in einer Unterscheidung nach der jeweiligen politischen Dramatik und vermeintlichen Lustlosigkeit der gesamten Situation (gerade in Sachsen-Anhalt zum Beispiel konnten die Piraten nicht profitieren, hier landete sie noch hinter Freien Wählern und Tierschutzpartei.)</li>
</ul>
<p>Das heißt keineswegs, dass die Partei in Berlin ihren einzigen Erfolg feiern wird – es ist der Partei vielmehr Mahnung, zu sehen, dass sie die günstigen Bedingungen, die ihr zum Einzug in den Preußischen Landtag halfen, nicht überall erwarten wird und, wie es heißt, <strong>liefern muss</strong>.</p>
<p>Natürlich sind die Voraussetzungen jetzt insgesamt günstiger, weil die Partei grundsätzlich erhöhte Aufmerksamkeit genießt, die <a href="http://www.zeit.de/politik/deutschland/2011-09/piratenpartei-fdp-unfrage" title="ZEIT: "Piraten und FDP bundesweit gleichauf"">bundesweiten Umfragen</a> unterstützen und der Abschreckungseffekt bei jenen Wählern, die ihre Stimme ungern einer Wahrscheinlich-unter-fünf-Prozent-Partei geben möchten, stark gemindert ist.</p>
<p>Insofern wird es schlichtweg spannend, zu sehen, wie die Piraten sich insgesamt entwickeln und ob sie es schaffen, den (einzige Nautik-Metapher, versprochen!) Rückenwind aus Berlin zu nutzen – oder ob die zuletzt beim Einzug der Schill-Partei (mit der die Piraten natürlich inhaltlich überhaupt nicht vergleichbar sind) in Hamburg vor zehn Jahren analysierte mögliche grundsätzliche Erweiterung des politischen Spektrums in Deutschland nur eine kurze Stichflamme ist.</p>
<p>Und nun die Zahlen. Dabei eine methodische Anmerkung: Quellen sind natürlich der Bundes- respektive die jeweiligen Landeswahlleiter; zur Bürgerschaftswahl in Hamburg konnten jeweils fünf Stimmen abgegeben werden, ich habe deswegen die Gesamtzahl (73126) gefünftelt.</p>
<p><iframe width='500' height='250' frameborder='0' src='https://docs.google.com/spreadsheet/pub?hl=en_US&#038;hl=en_US&#038;key=0AptgXJ5DQUFldDJneEx1M3Q2aG44TkN1TVF0MnBHOWc&#038;single=true&#038;gid=0&#038;range=A1%3AH8&#038;output=html&#038;widget=true'></iframe></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Abgeordnetenhauswahlen in Berlin (5): Die Umfragen am Tag vor der Wahl</title>
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		<pubDate>Sat, 17 Sep 2011 22:06:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Der Burtchen</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In wenigen Stunden ist es soweit – die letzte große Wahl des Jahres steht an. Daher möchte ich hier das Beitragsquintett mit einer relativ einfachen (aber dafür weit zurückgehenden) Übersicht der Umfragen (Einzelwerte und gleitender Durchschnitt) abschließen. Wer die Berichterstattung in der jüngsten Zeit verfolgt hat, den überrascht das nachfolgende Diagramm nicht. Die wichtigsten Fakten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In wenigen Stunden ist es soweit – die letzte große Wahl des Jahres steht an. Daher möchte ich hier das Beitragsquintett mit einer relativ einfachen (aber dafür weit zurückgehenden) Übersicht der Umfragen (Einzelwerte und gleitender Durchschnitt) abschließen. Wer die Berichterstattung in der jüngsten Zeit verfolgt hat, den überrascht das nachfolgende Diagramm nicht.</p>
<div class="wp-caption aligncenter" style="width: 520px"><img title="Umfragen-Entwicklung in Berlin 2011" src="http://www.der-burtchen.de/wp-content/uploads/2011/09/Umfragenentwicklung2011Berlin.png" alt="" width="510" height="427" /><p class="wp-caption-text">Entwicklung der Umfragen in Berlin zur Landtagswahl 2011 – es gilt das Veröffentlichungsdatum.</p></div>
<p>Die wichtigsten Fakten zum Mitnehmen:<span id="more-1140"></span></p>
<ul>
<li>der große Berg in der Zustimmungsentwicklung der Grünen ist erkennbar - mittlerweile allerdings sind wir Monate von dessen Höhepunkt entfernt, der sogar eine Regierende Bürgermeisterin Renate Künast sah; insgesamt sind die Grünen in allen Umfragen des Jahres die volatilste Partei – größte Spreizung, größte Standardabweichung</li>
<li>wenig Bewegung dagegen gab es bei der FDP - genau deswegen ist sicher, dass die Liberalen außerparlamentarische Opposition werden, so denn die Rösler'schen Euro-Aussagen kein Last-Minute-Wunder bewirkt haben. Es gibt allerdings keine einzige Umfragen-Situation in der Vergangenheit, bei welcher ein so eindeutiges Ergebnis doch noch einen Sprung über die Fünfprozenthürde zugelassen hätte</li>
<li>die Piraten sind ein demoskopisch schwierig zu schätzender Faktor, der institutsübergreifende Wert allerdings lässt mich nicht ernsthaft an einem Einzug zweifeln - zumal die Partei ja auch bei der Bundestagswahl mit 3,4% ein sehr respektables Ergebnis erzielte</li>
<li>CDU und Linke zeigen einen langfristigen leichten Auf- respektive Abwärtstrend, die SPD profitiert bei relativer Konstanz in erster Linie von der Schwäche der Grünen</li>
</ul>
<p>Die Umfragen basieren dabei wie immer auf der großartigen <a title="Wahlrecht.de - Sonntagsfrage in Berlin" href="http://www.wahlrecht.de/umfragen/landtage/berlin.htm">wahlrecht.de-Aufstellung</a>. Damit schließe ich diese Vorberichterstattung ab – bitte den obligatorischen Wahlaufruf denken.</p>
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		<item>
		<title>Abgeordnetenhauswahlen in Berlin (4): Zuverlässigkeit der Umfragen in der Vergangenheit</title>
		<link>http://www.der-burtchen.de/2011/09/abgeordnetenhauswahlen-in-berlin-4-zuverlassigkeit-der-umfragen-in-der-vergangenheit/</link>
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		<pubDate>Thu, 15 Sep 2011 23:34:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Der Burtchen</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In dieser letzten eher historisch gefärbten Abhandlung schaue ich mir sehr bodenständig anhand der letzten drei Abgeordnetenhauswahlen in Berlin an, wie sich die Institute dabei schlagen, das Wahlverhalten der Berliner zu schätzen – was für die folgende Analyse der gegenwärtigen Situation im Kopf behalten werden sollte. (Umfragen wie immer von wahlrecht.de) 2006, so suggeriert das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In dieser letzten eher historisch gefärbten Abhandlung schaue ich mir sehr bodenständig anhand der letzten drei Abgeordnetenhauswahlen in Berlin an, wie sich die Institute dabei schlagen, das Wahlverhalten der Berliner zu schätzen – was für die folgende Analyse der gegenwärtigen Situation im Kopf behalten werden sollte. (Umfragen wie immer von wahlrecht.de)</p>
<div class="wp-caption aligncenter" style="width: 489px"><img title="Umfragen-Entwicklung 2006" src="http://www.der-burtchen.de/wp-content/uploads/2011/09/Umfragen2006.png" alt="" width="479" height="290" /><p class="wp-caption-text">So entwickelten sich die Umfragen bei der Abgeordnetenhauswahl 2006</p></div>
<p>2006, so suggeriert das Holzhammer-Diagramm, das schlichtweg alle Analysen aneinanderplottet, wurde vergleichsweise großzügig geschätzt. Ein schärferer Blick jedoch zeigt, dass das keineswegs durchgehend stimmt. Betrachtet man die vier letzten, von vier verschiedenen Instituten durchgeführten Umfrage einzeln, so wird deutlich:<span id="more-1136"></span></p>
<ul>
<li>die CDU wird nur einmal mehr als einen Prozentpunkt fehlgeschätzt, die Grünen kein einziges Mal</li>
<li>bei der SPD konnte immerhin eine Umfrage nach an die erzielten 31% anknüpfen, sonst zeigte sich eine leichte Überschätzungstendenz</li>
<li>die Ergebnisse der FDP waren unstet, aber auch hier sind die Abweichungen zum finalen Ergebnis im Rundungsfehlerbereich</li>
<li>lediglich bei den Linken lässt sich eine durchgängige Überschätzung konstatieren, teilweise um über drei Zähler</li>
</ul>
<p>Die Abgeordnetenhauswahl 2001 wiederum zeigt sehr sehr deutliche Fehleinschätzungen.</p>
<div class="wp-caption aligncenter" style="width: 489px"><img title="Umfragen-Entwicklung bei der Abgeordnetenhauswahl 2001" src="http://www.der-burtchen.de/wp-content/uploads/2011/09/Umfragen2001.png" alt="" width="479" height="298" /><p class="wp-caption-text">Umfragen-Entwicklung bei der Abgeordnetenhauswahl 2001</p></div>
<p>So taxierten die Demoskopen die SPD reihenweise zu hoch, während keine einzige Schätzung für die damalige PDS auch nur die 20%-Marke knackte. Eine mögliche Erklärung: Die Mobilisierungskraft des Spitzenkandidaten Gregor Gysi gerade in PDS-Hochburgen (aber eben auch in bisherigen Niemandsgebieten für die Sozialisten) wurde bei der Verarbeitung der Rohdaten schlichtweg unterschätzt.</p>
<div class="wp-caption aligncenter" style="width: 489px"><img title="Umfragen-Entwicklung für die Abgeordnetenhauswahl 1999" src="http://www.der-burtchen.de/wp-content/uploads/2011/09/Umfragen1999.png" alt="" width="479" height="292" /><p class="wp-caption-text">Entwicklung der wenigen Umfragen für die Abgeordnetenhauswahl 1999</p></div>
<p>Zwei  Jahre zuvor ist das Feld der Umfragen schon deutlich dünner gesagt – und kommt auf wenig spektakuläre Ergebnisse, abseits einer konstanten (leichten) CDU-Über- und SPD-Unterbewertung. Bemerkenswert – und womöglich ein Fanal für die Umfrage: Dass die FDP nicht ins Parlament einziehen würde, sagten die Umfragen voraus, die teilweise nicht einmal mehr gesonderte Werte für die Liberalen auswiesen.</p>
<p>In der nächsten Folge schließlich kümmere mich um die Umfragen für die Wahl am Sonntag!</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Abgeordnetenhauswahlen in Berlin (3): Wie die Bezirke wählen - die gespaltene Stadt</title>
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		<pubDate>Wed, 14 Sep 2011 22:23:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Der Burtchen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Es kommt selten vor, dass ich ungläubig zum Taschenrechner greife, weil ich den Daten, welche die Tabellenkalkulation auf den Bildschirm wirft, misstraue – meist hat man ja doch ein einigermaßen gutes Gefühl und Gedächtnis (bitte an dieser Stelle einen klugen evolutionspsychologischen Satz über menschliche Einschätzungen denken). Bei dieser Ausgabe der Vorberichterstattung zu den Abgeordnetenhauswahlen am [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es kommt selten vor, dass ich ungläubig zum Taschenrechner greife, weil ich den Daten, welche die Tabellenkalkulation auf den Bildschirm wirft, misstraue – meist hat man ja doch ein einigermaßen gutes Gefühl und Gedächtnis (bitte an dieser Stelle einen klugen evolutionspsychologischen Satz über menschliche Einschätzungen denken). Bei dieser Ausgabe der Vorberichterstattung zu den Abgeordnetenhauswahlen am kommenden Sonntag hingegen war es soweit: Ich hatte tatsächlich unterschätzt, wie stark die Stadt nach Wahlergebnissen gerechnet geteilt ist (oder zumindest bei den letzten Wahlen war – immerhin auch über 15 Jahre nach der Wiedervereinigung). Die eigene Wahrnehmung  eines in Mitteund Prenzlauer Berg Lebenden trübt da doch erheblich (wieder an einen klugen Satz denken).</p>
<p>Im Einzelnen habe ich mir angesehen, inwieweit die Zustimmung zu den Parteien in den zwölf Berliner Bezirken sich verhält. Natürlich sind regionale Unterschiede je nach demographischen Faktoren und Siedlungsstruktur keine große Überraschung, allerdings war das Ausmaß erheblich.</p>
<p>In acht der zwölf Bezirke war die SPD beim letzten Mal stärkste Kraft – zweimal stand die Union vorne (Reinickendorf und Steglitz-Zehlendorf), zweimal die Linke (mein Heimatbezirk Lichtenberg und Marzahn-Hellersdorf). Es ist genau diese Konstanz, welche der SPD ihr gutes Abschneiden insgesamt sichert, denn anders als Linke und CDU ist der Distanz zwischen Berg und Tal bei ihr überschaubar:  Gerade einmal sechseinhalb Prozentpunkte trennen sozialdemokratisches Minimum und Maximum. Bei den anderen Parteien sind die Unterschiede teilweise massiv, wie nachfolgende Tabelle und Diagramm zeigen.</p>
<div class="wp-caption aligncenter" style="width: 520px"><img title="Abweichung vom landesweiten Ergebnis bei der letzten Abgeordnetenhauswahl nach Bezirken" src="http://www.der-burtchen.de/wp-content/uploads/2011/09/Differenz_Bezirke.png" alt="" width="510" height="417" /><p class="wp-caption-text">Abweichung vom landesweiten Ergebnis bei der letzten Abgeordnetenhauswahl nach Bezirken.</p></div>
<p style="text-align: center;">
<p>Im Diagramm habe ich schlichtweg erfasst, wie das Resultat der Partei im jeweiligen Bezirk (respektive Gebiet) im Verhältnis zum landesweiten Ergebnis ausfällt. Die Anordnung der Bezirke ist übrigens quasi ein Schneckenhaus – aus der Mitte entgegen des Uhrzeigersinns in die Außenbezirke.<span id="more-1127"></span></p>
<p><iframe width='500' height='550' frameborder='0' src='https://docs.google.com/spreadsheet/pub?hl=en_US&#038;hl=en_US&#038;key=0AptgXJ5DQUFldExhN0tqZkt1SUFEakt0Smh1b2NPZVE&#038;single=true&#038;gid=1&#038;range=A1%3AI23&#038;output=html&#038;widget=true'></iframe></p>
<p>Dementsprechend ist auch erkennbar, dass die besonders starken Ausschläge der Linken in den reinen Ostbezirken liegen, wo die CDU wenig überraschend deutlich unterdurchschnittlich performt - und umgekehrt. Die Höhe der Ausschläge allerdings ist enorm – die Linkspartei liegt im nordwestlichen Reinickendorf knapp zehn Prozentpunkte unter ihrem Berlin-Resultat, in Lichtenberg dagegen mehr als zwanzig Punkte darüber. Dort gab es das beste Bezirksergebnis einer Partei überhaupt; in vier Westbezirken bleib die Linke dagegen unter vier Zählern, in nur einem einzigen (Neukölln) hätte es zu einem Satz zumindest auf die Fünfprozenthürde gereicht. So überrascht es auch nicht, dass die Linke insgesamt die Partei mit den größten Unterschieden ist – sowohl was die Spreizung der Ergebnisse angeht, als auch bezüglich der Standardabweichung.</p>
<p>Als nächstes folgt die CDU, danach die Grünen, die in Friedrichshain-Kreuzberg zwar viele, aber sowohl im reinen Osten als auch in den bürgerlichen Westaußenbezirken weniger Stimmen erringen. Das Bild der FDP folgt – auf wesentlich geringerem Niveau und folglich mit absolut geringerer Amplitude – dem der CDU, während die vergleichsweise konstant bleibt.</p>
<p>Selbstverständlich gibt es auch innerhalb der ehemaligen Stadtgebiete Ost und West Unterschiede – in Steglitz-Zehlendorf tun sich Union und FDP wesentlich leichter als in Neukölln; die Grünen profitieren von der Sozialstruktur in Pankow, tun sich aber sonst in den reinen Ost-Bezirken schwer – aber auch in Reinickendorf und Spandau. So ergibt sich für Berlin eine interessante Mischung aus den „üblichen“ demographischen Faktoren - und der Ost-West-Komponente, deren Ausmaß ich eben unterschätzt hatte.</p>
<p>War dieses Ergebnis spezifisch für die letzte Abgeordnetenhauswahl, oder zeigt sie einen grundsätzlichen Sachverhalt in Berlin auf? Um das herauszufinden, habe ich auch die Ergebnisse der letzten Bundestags- und Europawahl (beide 2009, und unter deutlich schlechterem Stern für die SPD) der gleichen Analyse unterzogen. Bei beiden konnte die SPD in keinem einzigen Stadtbezirk mehr stärkste Partei werden, das übernahmen</p>
<ul>
<li>in den Innenstadtbezirken Mitte und Friedrichshain-Kreuzberg die Grünen</li>
<li>in den Westberliner Gebieten die CDU</li>
<li>und im Osten die Linke (Pankow ging bei der EU-Wahl an die Grünen),</li>
</ul>
<p>bestätigt also die bisherigen Tendenzen. Aber es geht noch weiter: Auch bei diesen Wahlen</p>
<ul>
<li>war die SPD, wenn auch auf anderem Niveau, die konstanteste aller Parteien</li>
<li>zeigten die Linke die größte Spreizung vor der CDU respektive den Grünen, deren traditionell eher europafreudigere Wählerschaft bei der EU-Wahl ein dynamischeres Ergebnis brachte</li>
</ul>
<p>Selbst die einzelnen jeweils stärksten und schwächsten Bezirke blieben weitgehend gleich:</p>
<ul>
<li>Friedrichshain-Kreuzberg ist die konstante Grünen-Hochburg und der Tiefpunkt für FDP und CDU</li>
<li>Steglitz-Zehlendorf ist für die FDP optimal, für die Linke katastrophal</li>
<li>die Union holt ihr bestes Ergebnis in Reinickendorf</li>
<li>Marzahn-Hellersdorf ist grüne Diaspora, Lichtenberg die sicherste Bank für die Linke</li>
</ul>
<p>Lediglich bei der SPD gab es hier kleinere Entwicklungen: War bei der Abgeordnetenhauswahl Charlottenburg-Wilmersdorf noch der Paradebezirk, ging dieser Titel 2009-Wahlen nach Spandau, während Friedrichshain-Kreuzberg bei der Wahl zum EU-Parlament statt Marzahn-Hellersdorf der schwächste Stadtteil war.</p>
<p>Die Wahlpräferenzen in Berlin sind also jeweils in sich vergleichsweise gefestigt, Stimmungsschwankungen wirken sich gleichermaßen auf alle Bezirke aus. Davon wiederum profitiert die SPD bei Berlin-Wahlen, da der Wowereit-Bonus eben in ganz Berlin zieht.</p>
<p>Übrigens: Der Bezirk, dessen Ergebnis im Durchschnitt (Summe der absoluten Abweichungen) dem des Landes am nächsten kommt, ist – Mitte.</p>
<p>In der nächsten Ausgabe geht es an die Umfragen – jene der Vergangenheit und wie sehr sie das Ergebnis trafen.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Abgeordnetenhauswahlen in Berlin (2): Vergangene Wahlen in Berlin</title>
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		<pubDate>Tue, 13 Sep 2011 21:02:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Der Burtchen</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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		<category><![CDATA[Landtagswahlen]]></category>
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		<description><![CDATA[Die heutige Ausgabe des hiesigen Demoskopie-Warmups widmet sich nach der Rekapitulation der letzten Abgeordnetenhauswahlen der Fragestellung, inwieweit die jüngste Abgeordnetenhauswahl mit anderen Abstimmungen in Berlin übereinstimmt – oder eben nicht. Zeigt sich ein besonderer Bonus oder Malus – und wie stimmen die Berliner überhaupt im Verhältnis zum Rest der Republik? Das Ergebnis dürfte wenig überraschen: Berlin [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die heutige Ausgabe des hiesigen Demoskopie-Warmups widmet sich nach der <a title="Abgeordnetenhauswahlen in Berlin (1): Bisherige AGH-Wahlen" href="http://www.der-burtchen.de/2011/09/abgeordnetenhauswahlen-in-berlin-1-bisherige-agh-wahlen/">Rekapitulation der letzten Abgeordnetenhauswahlen</a> der Fragestellung, inwieweit die jüngste Abgeordnetenhauswahl mit anderen Abstimmungen in Berlin übereinstimmt – oder eben nicht. Zeigt sich ein besonderer Bonus oder Malus – und wie stimmen die Berliner überhaupt im Verhältnis zum Rest der Republik?</p>
<p>Das Ergebnis dürfte wenig überraschen: Berlin ist für CDU kein gutes Pflaster, dafür profitieren PDS/Linke, Grüne - und die SPD ist bei bundesweiten Abstimmungen zumeist in einer weit weniger komfortablen Situation als im derzeitigen Wahlkampf. Zunächst einmal die Grafik der sechs letzten Berlin-weiten Wahlen, also seit dem Bruch der Großen Koalition.</p>
<div class="wp-caption aligncenter" style="width: 517px"><img title="Die letzten Wahlen - nicht nur fürs Abgeordnetenhaus - und ihr Ergebnis in Berlin." src="http://www.der-burtchen.de/wp-content/uploads/2011/09/Berlin_letzteWahlen.png" alt="Die letzten Wahlen - nicht nur fürs Abgeordnetenhaus - und ihr Ergebnis in Berlin." width="507" height="247" /><p class="wp-caption-text">Die letzten Wahlen - nicht nur fürs Abgeordnetenhaus - und ihr Ergebnis in Berlin.</p></div>
<p>Einige Feststellungen dazu:</p>
<ul>
<li>die SPD war insgesamt dreimal stärkste Fraktion, davon zweimal bei Abgeordnetenhauswahlen, ein klares Indiz dafür, dass ihre Wähler klar zwischen Landes- und Bundes-/Europa-Politik unterscheiden und sie bei Abgeordnetenhauswahlen (wenig überraschend) die meisten Sympathien hat</li>
<li>insgesamt liefern sich die vier Parteien (außer, trotz ihres respektablen 2009-Resultates, der FDP) ein durchaus enges Gefecht und nähern sich stark an - bei der Bundestagswahl trennten CDU (Platz 1) und Grüne (Platz 4) nur 5,4 Prozentpunkte; im Gegenzug gab es bei vier der letzten sechs Wahlen keine Partei, die 30% der Stimmen einsammeln konnte</li>
</ul>
<p>Rein statistisch sind Grüne und SPD am volatilsten, ihre Standardabweichungen (also das statistische Maß für die Streuung) liegen mit knapp sechs respektive sieben Prozentpunkte deutlich über PDS/Linke (3,7%) und FDP respektive CDU (jeweils ca. 2 Prozentpunkte). Insgesamt also verändern sich die Stimmungen bei Rot-Grün besonders stark, während die Mitte-Rechts-Parteien vergleichsweise wenig Bewegung erleben, was wiederum ein Hinweis ist, dass deren Wähler im Mittel weniger stark von Bundes-, EU- oder Landesthemen besonders abschrecken oder mobiliseren lassen.<span id="more-1121"></span></p>
<p>Schließlich ist auch interessant, wie die jeweiligen Werte der Partei bei bundesweit stattfindenden Wahlen (also eben jene zum Europaparlament oder zum Bundestag) mit denen im Rest der Republik harmonisieren. Dafür habe ich im folgenden schlichtweg die Differenz gebildet. Ein negativer Wert bedeutet, dass das Resultat in Berlin schlechter war als das im Bund.</p>
<div class="wp-caption aligncenter" style="width: 516px"><img title="Differenz Bundes- und Landesergebnis" src="http://www.der-burtchen.de/wp-content/uploads/2011/09/Berlinwahlen_Differenz.png" alt="Differenz Bundes- und Landesergebnis" width="506" height="242" /><p class="wp-caption-text">Differenz zwischen Bundes- und Landesergebnis der jeweiligen Parteien</p></div>
<p>In Kombination mit den vorherigen Beobachtungen ergeben sich einige Schlussfolgerungen:</p>
<ul>
<li>da die CDU in Berlin eine begrenzte und begrenzt dynamische Anhängerschaft hat, profitiert sie nicht von großen Erfolgen wie dem Unions-Kantersieg bei der EU-Wahl 2004; folglich fällt die Differenz hier größer aus und normalisiert sich, wenn die Union auch auf Bundesebene schwächelt</li>
<li>Umgekehrt gilt für die Grünen, dass der hohe Berlin-Bonus weniger gravierend ins Gewicht fällt, wenn die bundesweite Zustimmung besonders steigt</li>
<li>die Werte der übrigen Parteien (Linke, FDP, SPD) bleiben recht konstant, was andeutet, dass ihre in Berlin vorhandenen Wähler bei bundesweiten Abstimmungen relativ genau mit dem allgemeinen Trend gehen</li>
<li>schließlich: der konstant unter der Null mäandere SPD-Strich bestätigt, dass es in Berlin keine feste SPD-Fangemeinschaft gibt, auf die sich immer zählen lässt</li>
</ul>
<p>Wer bis hierhin gekommen ist, darf sich gerne auch noch das Google-Docs-Werk mit den zugrunde liegenden Rechnungen ansehen. Als nächstes in diese Reihe folgen Betrachtungen zu verschiedenen Stadtteilen, ehe schließlich die Umfragen seziert werden.</p>
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