Category Archives: Nahrungsmittelzufuhr

Selber kochen und backen oder andere das für mich erledigen lassen – Hauptsache, es gibt Gründe, den stets wachsenden Bauchumfang wenigstens schmackhaft zu erleben.

40%-Protein-Müsli

Das 40%-Protein-Müsli von mymuesli

Paleo. Vegan. 40% Protein. Low Carb. Hoher Balaststoffgehalt. Das Soja extra behandelt, um den Östrogengehalt zu reduzieren: Bei seinem Protein-Müsli lässt mymuesli wirklich keine einzige Feature-Box ohne Häkchen zurück, um all jene anzusprechen, die dem Eiweißgott Protein-Shakes und Thunfisch-basierte Pizza-Teige darbieten. Tatsächlich kommt das Produkt am Ende so auf beeindruckende Nährwertangaben – und auf den selbst für mymuesli stolzen Preis von 14,90 Euro je Dose. Continue reading Das 40%-Protein-Müsli von mymuesli

Rezept: Schwarzwälder Zitronentorte

Ich habe seit jeher eine Schwäche für klassiche Sonntagsgedecktorten wie Donauwelle, Sacher oder eben die Schwarzwälder. Ein Problem ist lediglich, dass ich Kirschen nicht sonderlich mag, insbesondere nicht in der eingelegten Form. Zitronenschale oder -marmelade (oder Lemon Curd) dagegen sind nicht nur toll und lecker, sondern würden zur allgemeinen Mächtigkeit der siebzehn Creme- und Teiglagen auch einen schönen Kontrast bieten. Folglich war die Idee geboren, eine Schwarzwälder Zitronentorte zubereiten.

Die Zutaten
Zutatenliste mit zu prominentem “dass er sich dafür nicht zu schade ist”-Produkt: Check.

Das Basisrezept ist dabei das Rezept für die vegane Schwarzwälder Kirschtorte bei foods & everything, nur eben ohne alles kirschige. Continue reading Rezept: Schwarzwälder Zitronentorte

Foto von selbstgemachtem Minz-Schoko-Brotaufstrich

Schoko-Minze-Brotaufstrich – „Nutella“ trifft „After Eight“

Nach meinen ersten und für mich überraschend erfolgreichen Gehversuchen mit „Red Bull“-Marmelade wollte ich diesmal ein weiteres wichtiges Artefakt meiner Ernährungsbiographie verbrotaufstrichen: After Eight. Mein erster Versuch basierte dabei im Wesentlichen darauf, dem Nutella-selber-machen-Video von Bodykiss etwas Minze hinzuzufügen.

Die gute Nachricht: Das war lecker, einfach (okay, das Schälen der Haselnüsse ist mühselig) und hat soweit gut funktioniert.

Die schlechte Nachricht: Die Haselnüsse geben dem ganzen ein sehr dominantes Aroma, so dass das Ganze halt wirklich wie Nutella minus Inudstriegeschmack anmutet. Was ja im Sinne der Erfinderin ist. Für meinen Plan allerdings war das hinderlich. Continue reading Schoko-Minze-Brotaufstrich – „Nutella“ trifft „After Eight“

Rezept: Red-Bull-Marmelade mit Koffeinstückchen

Ich habe zum ersten Mal Marmelade gekocht. Auf Basis der ganzen Anleitungen aus dem Bioladen, den zahlreichen so verarbeiteten Früchten aus eigener Erzeugung sowie dem großartigen Stück Terrassengarten, auf dem wir urban gardening in Miniaturversion betreiben, fiel die Wahl des Zielobjektes einfach aus: Ein Energy Drink.

Zutatenliste
Die benötigten Zutaten. Ja, eine kognitive Dissonanz ist feststellbar.

Tatsächlich hatte ich mich schon länger gefragt, ob es nicht möglich wäre, “aktivierende” Brotaufstriche zum Frühstück herzustellen, schließlich schmecken fast alle Getränke dieser Art ohnehin bizarr süß. Auf diese Weise bekommt der morgendliche Kaffee etwas Unterstützung – weil eine Dose Red Bull aber, verteilt auf ca. 15-20 Brötchenhälften, kaum noch nennenswertes Taurin und Koffein übrig hat, verstärkt durch Koffeintabletten. Also, schreiten wir ans Werk: Continue reading Rezept: Red-Bull-Marmelade mit Koffeinstückchen

Kochkurs im Kochhaus – ein Erfahrungsbericht

Zu einem der bemerkenswerten Gentrifizierungsfeatures von Prenzlauer Berg zählt der damit einhergehende Strukturwandel im Einzelhandel. Offensichtliche Neuzugänge sind alle möglichen Läden, in denen man Kaffeegetränke in Pappbechern oder Biokram in Papiertüten heraustragen kann. Ein weiteres Beispiel lässt sich seit einiger Zeit an der Eberswalder Straße beobachten. Genau an jener gemeingefärlichen Kreuzung mit drei Straßenbahnlinien hat sich im spitzen Winkel der Pappelalllee der ehemalige Rossmann verabschiedet und dafür einem Kochhaus Platz gemacht.

Kochhaus, das „begehbare Rezeptbuch“, legt im Nahrungsmitteleinzelhandel den Schwerpunkt klar auf Usability bei reduziertem Funktionsumfang: Angeboten werden nicht einfach Produkte im Regal (abgesehen von etwas Wein-, Pesto- und Brotaufstrichauswahl), sondern jeweils wechselnde Rezepte, für die meist alle Zutaten direkt in exakt der nötigen Dosierung zur Hand stehen.

Kurz gesagt: Ein großartiges Konzept: Das lange Suchen nach der ein oder anderen exotischen Zutat in Rezepten entfällt, ebenso die Frage, was nun mit dem Rest der 500-Gramm-Packung Exoticum für die nächsten Jahre geschehen soll. Auch der Auswahlprozess für das Rezept geschieht eben direkt vor Ort und erlaubt es, das so verbindende gemeinsame Kochen zu erleben, ohne die weniger annehmlichen Komponenten daran. Für Kochhaus wiederum liegt der Vorteil in einer auf die tatsächliche Menge der Nahrungsmittel höheren Marge und natürlich in einer allgemeinen Kundschaft, die für Nahrungsmittel grundsätzlich angemessene Preise zu zahlen bereit ist. Continue reading Kochkurs im Kochhaus – ein Erfahrungsbericht

Gefühlt gut: Das Lorberth

Kurz vor dem Monatsende ist es an der Zeit, aufzuholen – Beiträge. Und auszuholen – zeitlich zurück. (Wie gut, dass ich keine Vorsätze für dieses Jahr gemacht habe, was die Selbstdarstellungsfrequenz in diesem meinem Blog angeht.) Dementsprechend gebietet es sich zunächst, eine Rezension für einen Ort zu schreiben, den ich knapper Zeit gleich drei Mal aufsuchte: Das Lorberth (Homepage, Qype, Google Maps) in, wie könnte es anders sein, Prenzlauer Berg.

Minimal abseits der allzu einschlägigen Straßen, aber immer noch gut zu erreichen, findet man hier zwar nur eine begrenzte Auswahl, aber dafür Speisen in hoher Qualität und sehr freundliches Personal. Vom „Digital Boheme“-Faktor eines St. Oberholz ist Lorberth gut entfernt, der Restaurant-Charakter deutlich dominant, Couches nur vereinzelt vorhanden; dennoch ist (postfrühstückliches) Arbeiten Normalität. Continue reading Gefühlt gut: Das Lorberth

Kohlenhydrate.zip: Eier- respektive Pfannkuchen

Eines Morgens in Swasiland (irgendwann blogge ich darüber noch einmal länger), aus den überschaubaren Mitteln, die wir im Camp zur Verfügung hatten, etwas besonders Tolles zum Frühstück zu machen. Maismehl ist integraler Bestandteil der lokalen Küche, und so gebar dieser Morgen Maispfannkuchen, die bald den „echten“ Gästen im Reservat zum Frühstück serviert wurden.

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Kann man das noch Rezept nennen?

Je nach gewünschtem Schnurpsigkeitsgrad die Zwiebeln erst ganz spät oder eben gleich zum Anfang dazugeben.
Je nach gewünschtem Schnurpsigkeitsgrad die Zwiebeln erst ganz spät oder eben gleich zum Anfang dazugeben.

Zu lecker, um es der Welt vorzuenthalten. Und zu einfach und arm an Kochimponierverben, um im griechischen Bloggeralphabet voranzukommen. Kompromisslösung, nerdige:

Gehe zu Kaufhalle.
Nimm Gemüse (Tiefkühl – Bio-Dampfgemüse von Iglo oder Vergleichbares von Naturkind), Zwiebeln, Tofu (alternative Lösungswege hier möglich) und Wok-Nudeln
Gib Geld an KassiererIn
Gehe nach Hause
Benutze Wok mit Herdplatte
Schalte an Herd (für alle, die das Maniac-Mansion-Interface nicht mehr kennen: Benutze Herd)
Benutze Öl mit Wok
Benutze Messer mit Zwiebeln
Öffne Gemüsepackung (für alle, die nicht einmal das Monkey-Island- oder DOTT-Interface kennen, nur das nachfolgende)
Benutze Gemüse mit Wok
Benutze Zwiebeln mit Wok Continue reading Kann man das noch Rezept nennen?

All business is local

Ersteindruck: Potenziell knusprig.
Ersteindruck: Potenziell knusprig.

Heute hat bei mir um die Ecke eine neue Bäckerei aufgemacht. Leider erst 14 Uhr, da war ich nicht mehr da. Dementsprechend gibt’s keine Rezension, aber immerhin ein Bild von außen. Fast zwingt mich der Habitus meines alten Berufs dazu, “exklusiv” und “Preview” dazuzuschreiben, aber dann doch nicht. Aber ankündigen darf ich, dass hier in Zukunft mehr Lokalkram stattfinden wird. Also richtig lokal, rund um alles zwischen Hackeschen Höfen und Nordbahnhof.

Sowohlalsauch: Gentrifizierung und Frühstück in der Kollwitzstraße

Wohl wenige Läden habe ich so oft besucht wie das Sowohlalsauch (Website, Qype, Google Maps; übrigens verpartnert mit dem Entwederoder). Der Grund ist einfach: Der Laden hat ab 8 Uhr auf und war damit das einzige Etablissment, das ich in der dreizehnten Klasse zwischen Schwimmunterricht (“7 Uhr am Beckenrand!”) und regulärer Stunde (10 Uhr, Physik-Erweiterungskurs) jenseits muffliger Bäckerein besuchen konnte.

Damals wie heute strömen die Leute bereits zu geradezu nachtschlafener Zeit in den heimeligen Laden, der mit Klimmt-Zeichnungen, gedeckten Farben und geschwungener Typographie eng zwischen Ambiente und Kitsch mäandert. Zu klassischen Frühstückszeiten ist es durchaus üblich, länger auf einen Platz zu warten, vor einiger Zeit wurden wir sogar, draußen sitzend, gar nicht bedient. Dementsprechend rate ich dazu, bei Besuchen im tiefsten Prenzlauer Berg früher Vogel zu sein und zumindest Kaffee zu fangen.


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