Category Archives: Gesellschaft

Könnte auch ‘Verschiedenes’ heißen und beschäftigt sich mit selbigem, zuweilen aber auch mit dem namensgebenden sozialen Erscheinungen.

Hass!

[Triggerwarnung: Antisemitismus, antisemitische Parolen.]

Kürzlich sah ich im Admiralspalast eine Aufführung des “Elisabeth”-Musicals. Das war erstaunlich gut – ich hatte im Vorfeld die Befürchtung gehegt, in der langen Zeit seit meinen letzten Besuchen Anfang der 2000er in Wien hätte das Stück etwas verloren. Das ganze “Ich gehör nur mir”, das Dreiecksverhältnis Elisabeth/Franz Josef/Tod – ist das nicht doch zu nah an Traumschiff?

Die rhetorische Frage verrät es: Nein. Denn tatsächlich finde ich diesen Teil der Geschichte mittlerweile weniger interessant (auch wenn einige Sachen echt schön gemacht sind). Was dafür noch stärker auftritt, ist der hohe Anteil an Liedern, die historische Entwicklungen aufzeigen. (Eine schöne Gesamtbesprechung zum Musical gibt es beim Kulturpöbel.) Continue reading Hass!

Wir haben da ein PR-Problem

Das können derzeit wirklich viele von sich behaupten, so viele, dass es nicht einmal lohnt, hier die obligatorische „Zum Beispiel“-Linkwiese samt Familienministerin und Heidelberger-Appell-Unterzeichner auszubreiten, sondern gleich auf den Punkt zu kommen: Die Europäische Union macht etwas falsch. Respektive, und das ist demokratietheoretisch fataler, sie macht irgendwas, vergisst aber, es den Leuten mitzuteilen. Continue reading Wir haben da ein PR-Problem

Alle auf Zucker

Die gute Nachricht: Ich habe beidem widerstanden, vorhin, beim Abendessen vor Sunshine Cleaning: dem Extra-Käse auf dem Veggie-Burger und dem frittierten Schafskäse als Vorspeise (Gemüsesticks stattdessen). Und ich war mal einkaufen. Womit wir zur schlechten Nachricht kommen: Ich habe dort die aktuelle Öko-Test an der Kasse liegen gelassen. Und ich stelle fest: Unsere Gesellschaft ist auf Überzuckerung getrimmt. Continue reading Alle auf Zucker

Ein peinliches Telefonat

Anmerkung: Bei diesem Beitrag handelt es sich um einen importierten Artikel aus meinem Blog bei der PC-Games-Community.

Vor kurzem, an der Service-Hotlline eines bekannten schwedischen Einrichtungshauses.

Prolog

Denken Sie sich den üblichen dadaistischen Monolog der Warteschleifenansage, die Sie auf eventuelle Aufzeichnungsmöglichkeiten zur Qualitätskontrolle, die Homepage des genannten Unternehmens, nicht aber auf “so sprechen Sie mit einem Menschen” hinweist.

Erster und letzter Akt

Ich: Ja, schönen guten Tag, Burtchen mein Name, ich hätte hier eine Reklamation wegen meines Bettes und meiner Badezimmermöbel.
Sie: Was ist denn damit?
Ich: Die wurden in so komischem babyblau geliefert, dabei hatte ich sie in weiß bestellt.
Sie: Haben Sie schon die blaue Schutzfolie entfernt?
Ich: Öhm… hm… ja… interessant… Schutzfolie.

Formatfragen

Anmerkung: Bei diesem Beitrag handelt es sich um einen importierten Artikel aus meinem Blog bei der PC-Games-Community.

Ja, ich weiß, es stehen noch einige Filmdiskussionen aus – keine Bange, die liefere ich demnächst nach. Hatte ja genügend Zeit, beim ICE-Fahren meine Cinemathek durchzuschauen.

Was mich aber gerade sehr beschäftigt, sind meine Kontoauszüge. Nicht wegen des viel zu wenig Haben und viel zu viels Solls – das beschäftigt höchstens das Finanzmen. Sondern weil der Kontoauszug heute im DIN-A4-Format aus dem Drucker kam.

Was bitte soll das denn? Da hat man sich vor Jahren so einen schönen breiten, kleinen Ordner geholt und ist einigermaßen glücklich, endlich Ordnung in die unzähligen Briefe der Bank gebracht zu haben, die mich monatlich ja auch über andere Albernheiten wie meine Renteneinzahlungen auf kleinen Bögen informiert. Und jetzt passen die regulären Ausdrucke nicht mehr in den Ordner und ich muss neu sortieren. Na toll! Echt mal, wer denkt sich denn bitte so etwas aus? Und wo soll da der Vorteil für mich sein? *grummel*

Kuriositäten des Alltags: Drogeriebesuche

Anmerkung: Bei diesem Beitrag handelt es sich um einen importierten Artikel aus meinem Blog bei der PC-Games-Community.

Vorgestern war es mal wieder soweit: Zeit für eine neue Zahnbürste und mithin für mich die Gelegenheit, in der Drogerie nach den neuesten Errungenschaften im pulsierenden Bereich der Dentalforschung Ausschau zu halten.

Was mich gewundert hat: Offensichtlich sitzen bei Proctor & Gamble, Unilever und Konsorten den ganzen Tag Ingenieure nur an der Frage, wie man eine an sich durchaus funktionierende Institution wie die Zahnbürste – ab rund 30 Cent zu erwerben – noch mit unnützen zusätzlichen Features aufwerten kann.

Das Exemplar, was ich mir gestern gekauft habe, besitzt neben einem “Kugelgelenk” (für meine Begriffe eher eine Kugel, die wahllos kurz vor dem Bürstenkopf angeflanscht wurde), eine speziellen, tomatenfreundlichen Federung (auch die sieht für mich eher kosmetisch als wirklich praktisch aus) Borsten in drei verschiedenen Farben, einen Mintgeruch, Silber-Ionen 😮 und eine Rückseite zur Reinigung der Zunge.

Meine Güte, das ist ja komplizierter als das erste iDrive! Was für eine einfache Zeit muss das gewesen sein, als Zähne schrubben Zähne schrubben war und das dazu nötige Utensil nicht die komplizierte Anmutung eines AKW-Innenraums hatte. Und des ist ja nicht so, dass ich zum ultimativen Luxusmodell gegriffen hätte – der Laden hatte noch viel buntere Bürsten im Angebot, vermutlich im Windkanal erprobt und mit Auto-Updates fürs das Flash-ROM. 😀

Dafür ist es der Drogerie-Bedienung nicht gelungen, die Rasierklingen ordnungsgemäß einzusortieren – was ich leider erst daheim beim routinierten Öffnen der Packung bemerkte. 😐

Schlafprobleme

Anmerkung: Bei diesem Beitrag handelt es sich um einen importierten Artikel aus meinem Blog bei der PC-Games-Community.

Man weiß, dass etwas nicht stimmt, wenn man seit anderthalb Stunden in der Firma ist und das Telefon gerade mal loswecken möchte. Heute Nacht war es wieder einmal soweit. Ab ungefähr halb eins bin ich regelmäßig kurz wachgeworden, weil ich Wasser erst dem lokalen Rohrsystem entnehmen und dann wieder zuführen musste, mein Kopfkissen heruntergeworfen hatte und weil mir einfach zu warm war.

Das nervt, und zwar gewaltig. Eigentlich will ich doch gar nicht viel, sondern nur einen beruhigen Schlaf, wenn ich denn wenigstens mal dazu komme. Würde ich Ihnen an dieser Stelle noch schreiben, was ich geträumt hatte – Sie bekämen Angst, das sage ich Ihnen!

Aber: Was kann man sinnvolles tun, um besser respektive überhaupt zu schlafen? Bin ja noch etwas skeptisch, ob ich mal in der Apotheke fragen soll. Die von meinen weiblichen Bekannten empfohlenen Hopfentees (nein, nicht die anderen Hopfengetränke 😉 ) hatten jedenfalls nicht die erhoffte Wirkung…

Geldprobleme…

Anmerkung: Bei diesem Beitrag handelt es sich um einen importierten Artikel aus meinem Blog bei der PC-Games-Community.

…habe ich ständig. Zum einen natürlich, weil ich (liest du das, Petra? [gemeint ist meine damalige Chefin, Petra Fröhlich]) viiiiel zu wenig verdiene und wenn ich mir dann mal was tolles kaufe, die Fürther Fahrrad-Mafia es schnell aus der Welt schafft.

Aber diese Sorte von Geldproblemen meine ich gar nicht. Häufig ist nämlich mein Problem, dass ich zwar prinzipiell Geld verfügbar, aber eben nicht bar dabei habe.

Ich mag nämlich kein Bargeld. Hat relativ viel Gewicht (und wird mit der Zeit nur wertloser und schwerer), ist schmutzig und passend zählen dauert ewig (“Mit diesem Geldstück verbinde ich eine ganz besondere Erinnerung…”). Letzteres würde mich ja zu der Frage bringen, warum so viele Rentner ausgerechnet frühs und spät abends einkaufen gehen, aber das gehört nicht in diese Folge.

Ich zahle also eigentlich gerne mit Karte. Swipen, tippen bzw. unterschreiben, Wisch mitnehmen, fertig. Passend abgebucht, kein nerviges Kleingeld, alles super. Nachteil 1: Bei Kleinstbeträgen hat sich Kartenzahlung in Deutschland noch nicht so durchgesetzt. Nachteil 2: Schäuble liest meine Kontoauszüge, und eigentlich bin ich da gar nicht so scharf drauf.

Die Kreditkarte ist die natürliche Überspitzung der ec-Karte. Vorteile und Nachteile werden weiter maximiert (erhöhte Convenience, aber mehr Überwachung und potenziell mehr Ausdemruderlaufgefahr der Ausgaben). Wird also variabel eingesetzt.

Neulich aber war ich doch etwas ratlos.

Ich wollte nach Nürnberg fahren. Die nächste Station von der Firma aus ist Stadtgrenze. Dort gibt es auch zwei Automaten. An denen steht:

Hier können Sie mit Geldkarte zahlen..

Mit Geldkarte? Wenn ich die Möglichkeit habe, eins aus vier Zahlungsmitteln auszuwählen, warum nehme ich als Unternehmen dann das am wenigsten Verbreitetste? Warum zwinge ich arme PC-Games-Redakteure, einen halben Kilometer bis zur nächsten Station zu laufen. Ja, laufen, weil mein Fahrrad bekanntermaßen… *grummel*

Frivoles Gemüse

Anmerkung: Bei diesem Beitrag handelt es sich um einen importierten Artikel aus meinem Blog bei der PC-Games-Community.

Jeden Morgen fahre (naja, seit Neuestem leider: laufe) ich an ein paar dieser Plakate der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung vorbei. Die Arbeit der BzgA möchte ich keineswegs in Frage stellen – Präservative sind wichtig, wegen Aids, ungewollten Schwangerschaften, Herpes und was einem sonst noch so passieren kann – aber die Präsentation der Kampagne wundert mich etwas.

Gewiss, sie erregt, und zwar Aufmerksamkeit. Andererseits: Ist es nicht möglich, dass Jugendliche durch den “Mach’s mit!”-Feldzug ein falsches Bild von Gemüse bekommen? Ich meine, dass ohnehin nur McDonald’s und Schokoriegel kennende Kinder vielleicht im Supermarkt beim Anblick der Gemüseabteilung… ach lassen wir das.

Aber was ich mich wirklich frage: Wie ist das, wenn man bei der BzgA für diese Kampagne arbeitet? Wenn man tagtäglich Gurken, Tomaten, Bananen und allerlei sonstiges zylindrische Grünzeug gummiert? Was steht im Arbeitsvertrag, was im Arbeitszeugnis? Hat das Auswirkungen auf die Sexualität aufs Essverhalten?

Und: Was kommt als nächstes? Sehen wir demnächst latexumhüllte PC-Mäuse und Joysticks? Sind Schirme und PET-Flaschen demnächst Werbeträger für Billy Boy und Co.?

Das F-Wort

Anmerkung: Bei diesem Beitrag handelt es sich um einen importierten Artikel aus meinem Blog bei der PC-Games-Community.

Ich kam nach Fürth und hatte aus meiner vorletzten Wohnung sicherheitshalber das Fahrrad dabei. Ein uraltes, klappriges Fahrrad, auch farblich nicht ganz mein Stil (violett!), aber: es fuhr und fuhr und fuhr.

Bis in den Dezemember letzten Jahres hinein. Mit etwas zu viel Schwung und etwas zu wenig Gang fuhr ich eine sich gar nicht mal so langsam abneigende Straße hinunter – und flog nach einem etwas zu intensiven Tritt in die Pedale auf den Fußweg. Offensichtlich sah das ganze recht heftig aus, den sonst kümmern sich Passanten der anderen Straßenseite nie um mich.

Aber an sich ging’s mir gut, okay, etwas Kleidung wegschmeißen… und der Lenker ließ sich merkwürdigerweise nicht mehr gerade biegen. Was mir ja für ein paar Tage egal war, bis ich es doch für besser befand, den Drahtesel mal bei jemandem abzugeben, der sich damit auskennt.

Und die staunten ob der Deformation nicht schlecht, dass ich verhältnismäßig heil geblieben war. Tja, so ein Burtchen…

…jedenfalls behielten sie mein Fahrrad da, das sei für sinnvolles Geld nicht mehr verkehrssicher zu kriegen. Und so kaufte ich mir vor mittlerweile drei Monaten mal ein neues Fahrrad. Wollte ich eigentlich nicht, denn auf neue Räder muss man besser aufpassen, die sollte man pflegen und überhaupt. Brr.

Leider gab es aber an dem Tag, als ich mir unbedingt eins kaufen wollte, im Zweiradladen meines Vertrauens keine Gebrauchten mehr, und so entschied ich mich doch für einen dreihundert Taler teuren Neuwagen. Grummelnd, aber mit dem Ergebnis erst einmal zufrieden.

Und damit lief bis jetzt auch alles gut. Bin schön langgefahren, habe sogar regelmäßig(!) den Reifendruck optimiert, lief eigentlich prima. Bis heute morgen.

Da war es nicht da, vor der Haustür. Und nun ist es ja bei Fahrrädern nicht so, dass man sie vielleicht irgendwo anders hat. Mal auf der Schlüsselablage schauen? Vielleicht unterm Rucksack? In der Schmutzwäsche? Nein, ist nicht.

Und so laufe ich jetzt vorerst wieder mehr als zwanzig Minuten hin – und dann wieder zurück. Was die Kaufsumme eines Rades in Zeit natürlich schnell wieder aufwiegt, wenn man normale Stundenentgelte zugrundelegt.

Trotzdem: Hat jemand im Raum Nürnberg ein gebrauchtes Fahrrad, von dem er / sie sich vielleicht günstig trennen möchte?