Category Archives: Fortbildung

Fernstudium an der University of Liverpool – häufige Fragen

Mich erreichen immer wieder per E-Mail, in sozialen Netzwerken oder auch hier per Kommentarfunktion Fragen zu meinem Masterstudium in Liverpool. Einige davon sind sicher etwas zu detailliert für einen allgemeinen Beitrag, aber grundsätzlich gibt es genug sich wiederholende Unsicherheiten, um sie einmal gesammelt hier zu beantworten. Ich werde den Beitrag mit der Zeit ggf. erweitern oder auf Fragen weiter individuell eingehen. Mein Studium entsprach dem ursprünglichen MSc Software Engineering, wobei die neue Struktur lediglich minimale Kursänderungen vorsieht.

Disclosure: Ich nehme nicht an einem irgendeinem Referral-Programm der University of Liverpool oder von Laureate Online Education teil und wurde von niemandem gebeten, einen wie auch immer gearteten Beitrag zu schreiben.

Der Beginn

Brauche ich Vorkenntnisse?

Zweimal: Ja, aber. Continue reading Fernstudium an der University of Liverpool – häufige Fragen

Fernstudium an der University of Liverpool: Die Masterarbeit

Was bei der Open University im Bachelor-Studiengang nicht erforderlich war, ist bei allen Musterstudiengängen (auch an der OpenU) meist unabdingbar: Das Verfassen einer größeren Arbeit, mit welcher das Studium abgeschlossen wird. Diese ist auch der Grund, dass es hier im Blog in letzter Zeit so ruhig war. Ich bin augenblicklich noch mittendrin im Kreieren von Code und Text, aber dennoch lassen sich einige allgemeine wie persönliche Betrachtungen zum Verfahren ziehen.

Der Gegensatz zum normalen Kursalltag

Die Quintessenz: Eine Masterarbeit im Fernstudium ist viel, viel herausfordernder als alles andere, was ich in den letzten fünf Jahren zu erledigen hatte. Obwohl ich mit dem Fernstudienmodus an und für sich super klar kam (das war noch einfacher, als ich täglich Berlin-Hamburg pendelte, aber grundsätzlich immer machbar), und obwohl mir das Verfassen von längeren Arbeiten sehr liegt (die Abschlussarbeit im Mythologie-Kurs A330 etwa war wesentlich für mein recht akzeptables B.A.-Gesamtergebnis verantwortlich), tue ich mich mit dem Fortschritt deutlich schwerer. Continue reading Fernstudium an der University of Liverpool: Die Masterarbeit

Lehrmaterialien: Online oder offline?

Wie es nebenan beim Lars zu lesen gibt, rumort es derzeit unter der OpenUniversity-Studienschaft wegen der möglichen gänzlichen Abschaffung papierner Lehrmaterialien, insbesondere natürlich der bisherigen OpenU-Eigenproduktionsbüchern (mit anderen Sachen hatten die OpenU schon vorher angefangen). In der Debatte, die man mit ein wenig Popcorn auch gut bei Facebook nachlesen kann, mischen sich meines Erachtens verschiedene Argumente, die eine genauere Betrachtung verdienen.

Digital verfügbare Lehrmaterialien in verschiedenen Ausmaßen

Viele Studierende berichteten von ihren Erfahrungen mit Online-Kursen, bei denen ein wesentlicher Teil des Studiums im Web stattfindet. Das ist etwas anderes als das gelegentliche Herunterladen von ein paar PDF- oder ePub-Dateien zu Kursbeginn. Da ich gegenwärtig mit der UoL die Erfahrung eines klar auf Online-Aktivität geprägten Studiengangs mache, kann ich den Beiträgen nur zustimmen, die hier eine deutlich geringere Flexibilität sehen. Continue reading Lehrmaterialien: Online oder offline?

Die letzten Kurse bei der University of Liverpool: Zeit für ein Fazit

Vor etwas mehr als einem Jahr begann ich mein Master-Studium in Software Engineering an der University Liverpool (via Laureate International Universities). Ich erwähnte damals, an den Feiertagen hektisch Assignments und Forenbeiträge gepostet zu haben, weil der strenge Wochenrhythmus so etwas wie Feiertage nicht kennt. Das wird auch in der kommenden Woche der Fall sein, während sich mein vorletzter Kurs (XML-Webanwendungen) dem Bergfest nähert. In gut zwölf Wochen werde ich mit der Masterarbeit beginnen, so dass ich die Zeit gekommen sehe für ein Fazit zu der Kursphase: Continue reading Die letzten Kurse bei der University of Liverpool: Zeit für ein Fazit

Ein halbes Jahr University of Liverpool: Ein Ächzen und ein „Ach“

Wer diesen Blog regelmäßig verfolgt (oder wer nun einfach mal einen Blick in das nach Monaten gruppierte Archiv in der Seitenleiste wirft), dem fällt auf: In letzter Zeit ganz schön ruhig hier! Zum ersten Mal seit drei Jahren habe ich vor Landtagswahlen nicht einmal das Minimalprogramm aus Umfragen- und Vergangenheitsentwicklung gebracht. Dafür gibt es einen einfachen Grund: Das Fernstudium an der UoL (Ziel: MSc in Software Engineering) ist, freundlich formuliert, intensiv. Der Curriculum nimmt auf Feiertage keine Rücksicht, zwischen Modulen habe ich je maximal eine Woche (weil sonst immer ein ganzer Monat weg wäre), und das Staccato der verpflichtenden wöchentlichen Abgaben bleibt unermüdlich. Zur Auffrischung:

  • Am Donnerstag geht die Woche los, mit ca. 13 Word- respektive PDF-Seiten Stoffzusammenfassung + 30-50 Seiten im jeweiligen Fachbuch zum Thema, nebst optionalen (und meist auch wirklich als solches betrachteten) Artikeln und Links
  • Am Samstag (ein Tutor akzeptiert auch ohne Punktabzug Sonntag) zwei Beiträge mit einem Mindestumfang von 500 Wörtern (für die höchsten Noten eher das doppelte bei einigen TutorInnen, andere achten recht genau auf die Wortobergrenze) zu Themen, die mittelbar mit dem jeweiligen wöchentlichen Schwerpunkten zusammenhängen, und entweder einen eher technischen oder einen eher sozialwissenschaftlichen Einschlag haben.
  • Im Verlaufe der Woche mindestens sechs (für die höchsten Noten bitte lieber zehn) Beiträge, um im Forum die Posts der anderen zu diskutieren. Hier sollte man bei 200 Wörtern anfangen und die Diskussion „substanziell“ voranbringen
  • Am Wochenende ein Assignment, das je nach Kurs eher Essay oder eher Programmieraufgabe (mit Dokumentation) ist
  • Bonus: Zwei meiner bisherigen Kurse hatten zudem noch Gruppenprojekte mit Abgaben (im jüngsten Falle fünf davon), ebenfalls spätestens am Mittwoch und inklusive eigener Foren.

Ich gehe gleich en detail auf die einzelnen Aspekte ein, aber alleine diese Aufzählung sollte klar machen: Ponyhöfe sind woanders. Das ist einerseits gut, weil es keine Frage daran lässt, dass hier ein wirklich mit Fachwissen und dessen Anwendung vollgestopftes Programm auf einen zukommt, gleich dem graubärtigen Präsenzstudienprofessor, der nur in sich hinein lächelt, wenn ein Student das Vorlesungstempo als zu schnell empfindet. Es ist gut, weil es überhaupt keine Wahl lässt, man muss sich zwangsläufig mit jedem Thema auch wirklich intensiv auseinandersetzen und kann nicht strategisch für die Assignments lernen wie teilweise bei der Open University.

Nachteile hat das aber auch: Offensichtlich ist die enorme Anforderung an das eigene Konzentrationsvermögen, an Planung, Selbstdisziplin (wobei ich hier die regelmäßigen Deadlines hilfreich finde), an Verständnis im privaten Umfeld. Ich behaupte, nach drei Jahren Open University, teilweise mit etlichen Kursen gleichzeitig, durchaus fit im Fernstudieren zu sein – aber dennoch atmete ich letzte Woche, am Ende meines dritten Kurses, wirklich einmal tief durch.

Neben diesem trivialen Nachteil, der bei einem Master-Studiengang in Vollzeit doch niemanden wirklich überraschen sollte, wiegt für mich schwerer: Das Austauschen im Forum anhand der Frequenz zu evaluieren, ist für mich eine Idee der Kategorie „gut gemeint“ – denn bei rund zwölf Eleven im Kurs führt das unweigerlich zu einer mitunter kurzatmigen Dauerbeschallung statt zu langen Diskussionen. Diese gibt es, keine Frage! Ich habe einige neue Erkenntnisse gewonnen – aber es könnten glaube ich absolut und insbesondere anteilig mehr sein, wenn die Thread-Regeln darauf den Schwerpunkt legen würden. Continue reading Ein halbes Jahr University of Liverpool: Ein Ächzen und ein „Ach“

Ein guter Monat University of Liverpool: erste Erfahrungen

Nachdem nun endlich der (überraschend gute) Honours-BA der Open University im Kasten ist, habe ich mich im letzten Monat voll und ganz auf das Master-Studium an der University of Liverpool gestürzt (das Fernstudium läuft über Laureate International Universities). Grundsätzlich können meine bisherigen Beobachtungen weniger fachlicher als primär methodischer respektive administrativer Natur sein, aber auch hierbei tun sich einige interessante Unterschiede zur Open University auf.

Im Vergleich sind die Kollegen aus Milton Keynes regelrecht papierverliebt. Ich habe bis jetzt noch keinen einzigen Brief bekommen, keine Zahlungsbestätigung, keine Immatrikulationsbeschreibung, keine Kursunterlagen, keine Image-Broschüre, kein Flyer des Studentenwerk-Äquivalentes. Es würde mich nicht wundern, wenn selbst das Master-Zertifikat als PDF-Attachment ankommt. Auch wenn die Open University keineswegs viele Sendungen verschickt hat (und im Zuge der Sparmaßnahmen ja immer weiter eindämmt), so ist das Duo Liverpool/Laureate doch bemerkenswert konsequent. Die schreiben “Online Degree”, die meinen es! Continue reading Ein guter Monat University of Liverpool: erste Erfahrungen

Von Milton Keynes nach Liverpool: Fernstudium – die Fortsetzung

(Bitte beliebige einigermaßen schmissig pointierte Einleitung über Hollywoodfortsetzungswahn denken. Danke.)

Rund zwei Wochen ist es her, dass ich meine letzte Prüfung für die Open University geschrieben habe, im Astronomie-Kurs S282. Auch wenn das keine absolute Glanzleistung war, so gehe ich doch davon aus, dass es für ein einigermaßen akzeptables Bestehen gereicht hat – und damit mein Soll an Credits sowohl für das Zertifikat in Astronomie, als auch, ungleich wichtiger, für den B.A. (Hons) Humanities erfüllt ist. Das wäre gut und schlösse dementsprechend dieses Kapitel. Vermutlich werde ich noch einmal einen Gesamtrückblick des Studiums verfassen, aber zunächst ist das ein hinter mir liegender Abschnitt.

In einer angenehmen zeitlichen Dichte trudelte heute früh eine Mail mit dem Betreff „Admission“ ein, Absender war die University of Liverpool. Ab Kursbeginn 17. November geht es hier los, ich beginne einen MSc in Software Engineering. Ich hatte noch keine Möglichkeit, die Online-Tools etc. einzusehen, daher kann ich noch nicht viel zur Vergleichbarkeit sagen, zumal ein Master und ein B.A. inklusive den 10-Punkt-Kurzkursen schlichtweg in anderen Erwartungshorizonten auf beiden Seiten angesiedelt sind. Continue reading Von Milton Keynes nach Liverpool: Fernstudium – die Fortsetzung

Der wirklich letzte OpenU-Zwischenstand: EMA oder Klausur – und wie geht‘s danach weiter?

Vorgestern war es soweit: Einmal mehr habe ich ein TMA in das OpenU-System hochgeladen, zum nunmehr 35ten und letzten Mal (vier Papier-TMAs für den Lateinkurs sind da jetzt nicht dabei). Das heißt: In rund sechs Wochen noch eine Prüfung, und wenn die nicht völlig daneben geht, habe ich sowohl das Astronomie-Zertifikat als auch den B.A. (Hons) in der Tasche. Nach doch überraschend langen drei Jahren.

Dazu noch ein paar Bemerkungen meinerseits, zunächst weiter zu den Astronomie-Kursen. S282 hat in der Summe eine enorme Bandbreite an Anforderungen abgedeckt, vom Lesen wissenschaftlicher Fachartikel über Beobachtungsprotokolle, Datenanalyse mit (einfacher) Statistik und Experimente bis hin zum Verfassen eigener Artikel. Das war eine wirklich gelungene und nie langweilige Mischung. Inhaltlich blieb der Kurs auf hohem Niveau, insbesondere in den Kosmologie-Kapiteln, die verschiedene Modelle zu den ersten Bruchteilen von Bruchteilen von Sekunden in der Geschichte des Universums behandelten und die Abhängigkeit verschiedener Kräfte von verschiedenen Konstanten. Dabei war ich auch immer wieder beeindruckend, wie schädelrauchend sich vergleichsweise einfache Mathematik inszenieren lässt. Wie auch bisher, so blieb der Kurs bei Wurzeln, Potenzen, Brüchen und seltener Logarithmen; zwei vorkommende Ableitungen wurden zwar textlich erklärt („die Veränderung von…“), aber letztlich einfach als Gleichung oder Variable gegeben, ohne dass der eigentliche Differenzierungsvorgang auch nur veranschaulicht, geschweige denn selber gemacht wurde. Dafür gab es ein paar Mal Erklärungsaufgaben an Graphen, die mit möglichst vielen Achsenbezeichnungen und Farben vollzukleistern eine besondere Leidenschaft der Autoren zu sein scheint. Also in der Summe ordentliches Gehirnjogging, das aber immer portionierbar bleibt.

Für die Klausur muss ich jetzt eben noch lernen und vorher einen Probe-Multiple-Choice-Test abgeben. Was uns auch gleich zum nächsten Thema führt: Klausuren. Continue reading Der wirklich letzte OpenU-Zwischenstand: EMA oder Klausur – und wie geht‘s danach weiter?

OpenU: Ein letzter(?) Zwischenstand – Examen vorbei, Fazit zum ersten naturwissenschaftlichen Kurs

Ich habe länger nichts zu meinen aktuellen Fortschritten des OpenU-Studiums geschrieben – weil mich selbiges einfach zu sehr in Anspruch nahm. Nun, da sich mit der Fertigstellung von A330 – Myth in the Greek and Roman Worlds und S283 Planetary Science allerdings etwas Luft ergibt, gibt sich die Gelegenheit zu einer kleinen Wasserstandsmeldung. Ich habe nur noch das halbe S282 (inklusive Examen) und A177 (ein TMA noch) vor mir, danach sollte es das wirklich gewesen sein.

Astronomie-Kurse: Spannend und keineswegs unbezwingbar

S282 und S283 sind nicht nur numerisch nah beieinander, auch inhaltlich und konzeptionell gibt es starke Gemeinsamkeiten. Beide Kurse bestehen im wesentlichen aus je zwei 300-Seiten-Büchern inklusive Aufgaben, was also die Orientierung sehr leicht macht und das aus etlichen geisteswissenschaftlichen Kursen bekannte Problem, drei, vier Bücher dabei zu haben, beseitigt. Die englische Sprache ist genauso wenig (oder eben individuell auch stark) ein Problem wie bei den anderen Kursen auch, wobei man sich sicher öfter dabei ertappt, Gleichungen im Kopf auf deutsch zu lesen. Continue reading OpenU: Ein letzter(?) Zwischenstand – Examen vorbei, Fazit zum ersten naturwissenschaftlichen Kurs