Category Archives: Fortbewegung

Alles, was man unter Mobilität verbuchen kann, die meiste Zeit auf Schienen.

Skandal: Bahn ignoriert Raum-Zeit-Kontinuum

Eigentlich soll ja Demoskopie hier Einzug halten. Meiner Online-Reputation einen Tick mehr sozialwissenschaftlichen Touch geben, vielleicht sogar eine Art Erkenntnis liefern. Und nicht schon wieder so ein Post über die Bahn, kandiert mit einer Prise Privatisierungskritik. Kann ja jeder, ist so originell wie Lebkuchenhäuser mit Smarties drauf. Aber ich habe doch keine Wahl. Continue reading

Ein Dreiviertel Jahr Rumgebahne – eine Bilanz

Seit dem 15. März fahre ich werktäglich die Strecke Berlin – Hamburg. 280 Kilometer hin, 280 Kilometer zurück. Zehn Fahrten wöchentlich, rund vierzig im Monat, also mittlerweile über dreihundert.

Ich habe dabei keine akribische Statistik über Verspätungen und Ausfälle geführt. Wer aber meinen Twitter-Account verfolgt, bekommt ab und an mit, wie ein spontaner Ersatzzug meine Stimmung nicht weniger spontan ändert.

Aus dem Gedächtnis bauchgefühlt, war die Bilanz in der Summe wie folgt: Continue reading

Was will uns die Bahn damit sagen?

Das Tolle an diesem Internet aus Sicht der digitalen Flugblattverteiler und In-der-Fußgängerzone-Auflauerer ist ja, dass man Leute genau targeten kann, also quasi den strumpfhosenlosen Zielgruppen-Robin-Hood auf die gewünschte Kundschaft loslässt. Auch die Bahn, das noch irgendwie staatliche Transportunternehmen, hat das für sich entdeckt. Um die Leute davon zu überzeugen, ihre E-Mail-Adresse zur Zielscheibe dafür umzufunktionieren, gibt’s ja sogar ein Vierteltausend bahn.bonus-Punkte. Und dann geht’s los mit dem targeted advertising, aber natürlich The Bahn Way. Das zum Beispiel erhalte ich als Inhaber einer BahnCard 100 (und vormaliger Inhaber einer BahnCard50 comfort und lange davor… ach, das Muster wird auch so klar): Continue reading

Kundenservice im Sinne der Bahn

Das Standardequipment für Fahrgastrechte: Fahr- oder Zeitkartenkopie und Formular im Zeltplanenformat.
Das Standardequipment für Fahrgastrechte: Fahr- oder Zeitkartenkopie und Formular im Zeltplanenformat.

Fahrgastrechte klingt ja erst einmal gut. Wenn man schon irgendwo in der Provinz kostbare Lebenszeit buchstäblich hat wegfließen sehen, während der Schaffner (oder wie auch immer MC AnsagenDude jetzt gerade heißt) seine Schadenfreude kaum unterdrücken konnte, dann gibt’s dafür wenigstens was wieder. Lebenszeit nicht, aber immerhin das angebliche Äquivalent davon. Oder immerhin das Äquivalent des Äquivalents, nämlich einen Gutschein. Das ist der Punkt, wo das Gleichheitszeichen ebenfalls schadenfroh wird.

Zettelkampf: 48 Felder Informationsdurst

Und da hat es den neuen Fahrgastrechtefaltzettel noch gar nicht gesehen. Ich habe von meiner letzten Verspätungsodyssee ein solches Exemplar mitbekommen und war von der Eingabefeldvielfalt so beeindruckt, dass das Faltblatt erst einmal die selbe drauflustinduzierte Priorisierung bekam wie meine Steuererklärung. Für die Steuern etwas gibt’s immerhin Software mit Videoeinspielungen, aber bei der Bahn nur lange mehrfach verschachtelte Textwüsten. Continue reading

Bahnbrechende Erkenntnisse (1)

Das war vorauszusehen: Eines Tages würde auch ein geduldiger Mensch wie ich anfangen, über den täglichen Spaß in vollen Zügen hat. Und nun ist es soweit. Ich habe gleich zum Einstieg in das tägliche Hamburg-Berlin-Pendeln drei Monate lang die volle Dröhnung bekommen, 45 Minuten extra pro Tour, dafür Gratis-Essen. Das war mit Ansage, planbar – kein Problem. Einmal in den rund 120 Fahrten, die ich wohl unternommen habe, war der Zug über dreißig Minuten später, ungefähr fünf bis zehn Mal kam er wohl mehr als fünf Minuten nach Plan an, also in der Summe nichts Dramatisches. Continue reading

Bahn.Zwei

Anmerkung: Bei diesem Beitrag handelt es sich um einen importierten Artikel aus meinem Blog bei der PC-Games-Community.

Ich habe es ja gesagt – keinen Tag später habe ich schon wieder genügend Potenzial für einen neuen Eintrag. Der Grund: Ich muss morgen (am Ende dieses Blogeintrages wird es heute sein) aus gesundheitlichen Gründen in Berlin sein, habe aus redaktionellen Gründen (warum schreibt man da eigentlich nicht: “Ich muss zum Arzt, vorher aber noch malochen”?) länger in Fürth bleiben.

Daher ist die Lösung bekanntermaßen: Der Nachtzug, übrigens die einzige Direktverbindung zwischen Berlin und Fürth. Nicht online buchbar (nein, drei Tage vorher zählt nicht!), weil … das will ich vermutlich gar nicht wissen. Continue reading

Bahn.Frei?

Anmerkung: Bei diesem Beitrag handelt es sich um einen importierten Artikel aus meinem Blog bei der PC-Games-Community.

Manchmal glaube ich, die Deutsche Bahn gibt es in erster Linie, damit den Bloggern dieser Nation nicht das Material ausgeht. Als jemand, der über 30.000 Kilometer jährlich auf Deutschlands Schienen zurücklegt, erlebe ich wieder und wieder Eskapaden, dass meine Augenbrauen vom Hochziehen schon ganz weh tun. Continue reading