Landtagswahlen in Niedersachsen 2013 (1): Die vergangenen Wahlen

In einer Woche findet die voraussichtlich letzte Landtagswahl vor der bundesweitem Abstimmung im Herbst statt. Die üblichen Betrachtungen zu Analogien einer kleinen Bundestagswahl und deren Zulässigkeit, zur Bedeutung für insbesondere den FDP-Vorsitzenden etc. sei der Tagespresse überlassen. Ich möchte wie üblich einen Blick darauf werfen, wie das zweitgrößte und viertbevölkerungsreichste Bundesland und seine sechs Bundesratsstimmen sich historisch entwickelt haben, und (im zweiten Teil) wie die derzeitige Umfragesituation im Nordwesten aussieht.

Wie üblich folgt dabei die Aufstellung zunächst in Tabellen- und Diagrammform, hernach folgen einige Erläuterungen meinerseits:

En detail zeigt sich, dass einige bundespolitische Parallelen zwar sichtbar sind, die niedersächsische Wahlgeschichte aber durchaus Eigenheiten hat:

  • So kann die Wahl 1998 tatsächlich als der entscheidende Zug für den Regierungswechsel im Herbst gelten – Gerhard Schröder wurde zum zweiten Mal als Ministerpräsident bestätigt, zum zweiten Mal übrigens gegen Christian Wulff. Und 2009 zeigte sich der desolate Zustand der Sozialdemokraten besonders deutlich und Ministerpräsident Wulff sollte recht behalten mit seiner Feststellung, dass die Wahl bestätigte, dass auch in Fünf-Fraktionen-Parlamenten Zweier-Bündnis jenseits der Großen Koalition möglich sind.
  • Weder die Ablösung des Ministerpräsidenten Albrecht – übrigens der Vater der derzeitigen Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen – durch Schröder 1990 noch die Bestätigung 1994 jedoch sollte ein Spiegelbild der Republik werden, die Regierung Kohl überstand beide nachfolgenden Abstimmungen sicher.
  • Grundsätzlich sind in Niedersachsen die Volksparteien tatsächlich groß – bei keiner einzigen Landtagswahl kam einer der beiden unter 30% der gültigen Stimmen an. Folglich markieren gut acht Prozentpunkte auch bis hierhin das höchste der Gefühle, das Grüne, FDP oder Linke erreichen konnten.
  • Dass die FDP zweimal recht knapp an der Fünf-Prozent-Hürde scheiterte, ist ebenfalls bemerkenswert; in den meisten anderen Ländern sind die Liberalen eher sicher draußen, so sie nicht gerade allgemein in einer Hochphase sind (Berlin, neue Bundesländer, Bayern), oder sicher im Parlament (Baden-Würtemberg, Schleswig-Holstein).

Die nächste Ausgabe widmet sich den aktuellen Umfragen im Land, wie zuverlässig diese traditionell waren, und was daraus für nächsten Sonntag folgt.

Disclosure: Ich bin Mitglied der Grünen und war von 2002 bis 2009 Mitglied der FDP.

4 thoughts on “Landtagswahlen in Niedersachsen 2013 (1): Die vergangenen Wahlen

    1. Ein sehr bizarrer Eintrag in der Liste der Google-Docs-Unbillen. Ich hatte ein anderes Tabellenblatt eingefügt, und obwohl die iFrame-Referenz natürlich blattspezifisch ist, bringt sie das durcheinander^^

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