OpenU: Ein letzter(?) Zwischenstand – Examen vorbei, Fazit zum ersten naturwissenschaftlichen Kurs

Ich habe länger nichts zu meinen aktuellen Fortschritten des OpenU-Studiums geschrieben – weil mich selbiges einfach zu sehr in Anspruch nahm. Nun, da sich mit der Fertigstellung von A330 – Myth in the Greek and Roman Worlds und S283 Planetary Science allerdings etwas Luft ergibt, gibt sich die Gelegenheit zu einer kleinen Wasserstandsmeldung. Ich habe nur noch das halbe S282 (inklusive Examen) und A177 (ein TMA noch) vor mir, danach sollte es das wirklich gewesen sein.

Astronomie-Kurse: Spannend und keineswegs unbezwingbar

S282 und S283 sind nicht nur numerisch nah beieinander, auch inhaltlich und konzeptionell gibt es starke Gemeinsamkeiten. Beide Kurse bestehen im wesentlichen aus je zwei 300-Seiten-Büchern inklusive Aufgaben, was also die Orientierung sehr leicht macht und das aus etlichen geisteswissenschaftlichen Kursen bekannte Problem, drei, vier Bücher dabei zu haben, beseitigt. Die englische Sprache ist genauso wenig (oder eben individuell auch stark) ein Problem wie bei den anderen Kursen auch, wobei man sich sicher öfter dabei ertappt, Gleichungen im Kopf auf deutsch zu lesen.

Der fachliche Anspruch beider Kurse – sie sind OpenU-Level 2 – bewegt sich ungefähr auf dem, was das Gymnasium im Grundkurs präsentiert hat. Echte Vektorrechnung, Integrale oder Differentialgleichungen sind mir bis jetzt nicht begegnet, auch das Herleiten von Gleichungen war eher auf einem beherrschbaren Niveau: Wurzeln, Logarithmen, Bruchrechnung, also das übliche Handwerkszeug. Herleitungsfragen rein inhaltlicher Natur („Was würde passieren, wenn jene Stoffe in diesem Prozess nicht vorhanden wären?“) tauchen ab und an im Buch auf, aber seltener, als ich das erwartet hätte.

Die TMAs folgen einem ähnlichen Ansatz: Der überwältigende Teil der Aufgaben ist nicht schwer – Reproduktion von erworbenem Wissen (also Erklären von Vorgängen aus den Büchern), Anwendung der bekannten Gleichungen und dabei mitunter einige Umstellungen, auch Transferfragen, aber alles in einem qualitativ beherrschbaren Rahmen. Quantitativ allerdings legen beide Kurse dafür, dass es „nur“ 30 Punkte jeweils gibt, ordentlich zu und verlangen signifikant mehr Aufwand als etwa beim Lateinkurs A397 (der sogar Level 3 war).

Sicherlich tragen die nicht platz- und zeitsparend eingesetzen Gleichungsumformungen ihres dazu bei, aber auch so ist der Umfang, teilweise bis zu 20 Seiten pro TMA, ein Benchmark. Wie gesagt, nichts unschaffbares, aber überraschend. S282 hat einen stärkeren Schwerpunkt beim Thema Beobachtungen – ist aber auch ohne Zeit für Echtweltexperimente durchführbar –, S283 verlangt mitunter den Einsatz exotischer Software und hat einen leicht stärkeren Astrobiologie-Schwerpunkt, war aber auch für jemanden wie mich, dem Biologie und Chemie als Angstgegner galten… ihr ahnt es: machbar.

Thematisch bin ich insbesondere von S283 fasziniert gewesen – selbstverständlich dürfte das individuelle Interesse stark davon abhängen, wie sehr Astronomie und alles Außer-Irdische ohnehin begeistert.

A330 – starker Favorit für „Bester Kurs“ mit Organisationsmalus

Dass ich den Mythologie-Kurs A330 wirklich gut fand, habe ich ja schon öfters geschrieben. Zwar trat hier das typische Sechs-Bücher-rumschleppen-Problem auf (doch es gibt, wie auch bei den S-Kursen, PDFs), aber insgesamt war der Kurs inhaltlich interessant, nicht zu ambitioniert, abwechslungsreich, aber dennoch konsistent, hat mit viel, aber nicht Unmengen überlanger Primärquellen gearbeitet – toll.

Das einzige Manko am Kurs war, dass das EMA, also eine Hausarbeit zum Kursende statt der üblichen Klausur, physisch eingereicht werden musste, was natürlich in einer 120-Euro-UPS-Lösung am Ende gipfelte und auch von OpenU-Seite inzwischen als wenig praktikabel und fernstudiengerecht angesehen wird. Die eigentliche EMA war besonders aufgrund ihrer Kürze (dazu ein andernmal) fordernd.

A177 – Shakespeare zum Abschluss

Der letzte geisteswissenschaftliche Kurs meines OpenU-BA-Studiums ist, ironischerweise, die Einführung in Shakespeare, A177, nachdem ich den Hier-kommt-keiner-lebend-raus-Trip AA306 (Level 3, 60 Punkte) schon hinter mir habe. Sonja von nebenan hat diesen Kurs schon einmal gemacht. Sowohl das Kursmaterial als auch die Struktur sprechen mich bisher sehr an und lassen die vergleichsweise dröge aufbereiteten AA306-Materialien umso älter aussehen. Die behandelten Stücke – Taming of the Shrew, Romeo & Juliet – sind eine sinnvolle Einführung, auch die TMA-Fragen nicht absurd.

Allerdings: Im Vergleich zum numerisch benachbarten A178 sind die TMAs anspruchsvoller – der Leonardo-Kurs verlangte teilweise schlichtweg die Reproduktion von Stichpunkten aus dem Kursbuch, A177 erwartet von Anfang die Fähigkeit, nicht nur ganze Sätze, sondern auch Essays zu formulieren. Aber: Es macht Spaß und ich habe das Gefühl, wirklich das Licht zu sehen nach fast 40 TMAs in den drei Jahren…

 

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