Bürgerschaftswahlen in Bremen (1): Die Ausgangslage

In zwei Wochen ist es soweit: Im nach Einwohnern wie nach Fläche kleinsten Bundesland, Bremen, wird eine neue Volkvertretung gewählt. Die bundespolitischen Auswirkungen scheinen diesmal begrenzt, denn im Bremen regiert quasi seit dem Entstehen von Pangäa die SPD, wenn auch mit wechselnden Partnern. Wie üblich, folgt an dieser Stelle quasi als Einstimmung ein Überblick über die letzten fünf Wahlen im Land mit allen Parteien, die jeweils in die Bürgerschaft eingezogen sind.

(Wer die letzte Zeile sieht und sich fragt, wer oder was BIW ist – weiterlesen!)
Wahlergebnisse in Bremen - Bürgerschaftswahlen seit 1991

Näher als 0,8 Prozentpunkte ist die CDU nie an die Sozialdemokraten herangekommen, auch wenn die SPD in der Hansestadt lange nicht mehr über die Traumergebnisse der Vorwendezeit verfügt. Ebenfalls bemerkenswert: Es ist durchaus ungewöhnlich, bei der Aufstellung dieser Übersicht für ein altes Bundesland überhaupt nennenswerte PDS/Linke-Ergebnisse zeitlich vor der Hartz-Gesetzgebung zu haben. Bremen war 2007 auch das erste westdeutsche Bundesland, in das die Linkspartei einzog – und historisch auch das erste Bundesland mit grünen Abgeordneten (1979).

Eine Besonderheit des Bremer Wahlsystems ist die Aufteilung in zwei Wahlbereiche, Bremen und Bremerhaven. Um in die Bürgerschaft einzuziehen, reicht es, in einer der beiden Bereiche die 5%-Hürde zu überschreiten – dazu genügen in Bremerhaven etwas über 2.000 Stimmen. Davon profitierten in der Vergangenheit nicht nur die FDP, sondern besonders die DVU und vor vier Jahren auch die Vereinigung Bürger in Wut, obwohl sie mit 0,8 Prozent insgesamt weit entfernt von der Hürde waren (längerer Bericht zur Geschichte und Wiederholungswahl bei wahlrecht.de).

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