Monthly Archives: October 2010

Examen, Credit Transfer, Neubeginn

Kontinuierlich schlägt der Stock auf das Trommelfell, in einem nie langsamer verebbendem Rhythmus: So lief es in antiken mediterranen Ruderbooten, so läuft es im OpenU-Studium. Zwischendurch fällt, um es mit Ephraim Kishon zu sagen, dem mitreisenden Senator ein, dass er Lust auf Wasserski hat, und das Tempo wird punktuell weiter angezogen; das Äquivalent sind TMA- und Examen-Staccato, wie sie bei meiner Kursdopplung letztes Jahr zweifelsfrei mehrfach auftraten. Daher ist es nun, nach den TMAs und den abschließenden Examen, Zeit für ein Resümee.

AA306 – Nicht wie es euch gefällt oder was ihr wollt

Wie schon in früheren Beiträgen angedeutet, schmälert das irrsinnige Tempo (auch ohne Kursdopplung) des Shakespeare-Kurses den Gesamteindruck erheblich. Im Durchschnitt zwei Wochen für ein Stück inklusive Sekundärliteratur, Performances auf DVD oder CD und dem Niederschreiben komplexerer Gedankengänge, das verleidet einem die Freude gewaltig. Und es zwingt quasi dazu, von vornherein wirklich rabiate Abkürzungen zu nehmen – die „Intervalle“ etwa, das waren thematische Exkurse zum Editierungs- oder Aufführungsprozess, habe ich erst nach dem letzten Assignment angeschaut; mit Ausnahme von drei Filmen, zwei kurzen Videobeiträgen und anderthalb Stunden Audio-Aufnahmen habe ich den Multimedia-Teil komplett ignoriert.

An dieser Stelle kommt aber auch ein grundsätzliches Defizit in der Konstruktion des ganzen Kurses zum Tragen: Im Gegensatz zu anderen Kursen – auch auf Level 3 – wird einem im Study Guide einfach nur eine Materialsammlung hingeworfen, die es in dieser Woche in einer bestimmten Reihenfolge durchzuarbeiten gilt. Das Heftchen zu den Multimediainhalten liefert zwar jedesmal eine Fragensammlung, und die kursbegleitenden Bücher hangeln sich immer einigermaßen entlang einer festen Struktur, aber insgesamt ist der Kurs sehr stark darauf ausgerichtet, sich halt irgendwie selber durchzuackern. Man kann natürlich sagen, dass selbstständiges Erarbeiten von Inhalten ja eben Teil einer Hochschulausbildung ist: Völlig richtig. Und natürlich hat das sogar den Vorteil, dass man eben wesentlich leichter abkürzen kann. Aber: in einem Präsenzstudium etwa waren die Feedback-Intervalle nach meiner immerhin zweijährigen im Regelfall kürzer und intensiver, und es dürfte auch einen Grund haben, dass die neueren Kurse deutlicher Fragestellungen – und Antworten! – geben.

(Und: Das mehrfache Lesen von Stücken, wie in den Instruktionen manchmal angegeben, ist nun wirklich bar jeder Realität.) Continue reading Examen, Credit Transfer, Neubeginn