Monthly Archives: September 2010

Ein Jahr nach der Wahl: Wie ist die Stimmung im Land?

Ähnlich wie beim vorherigen 100-Tage-Vergleich möchte ich das einjährige Wahljubiläum der derzeitigen Bundesregierung dazu nutzen, einmal einen demoskopischen Vergleich anzustellen – wie steht die jetzige Regierung in den Umfragen, und, wichtiger noch: Wie ist das im Vergleich mit den vergangenen drei Kabinetten zu bewerten.

Anmerkung zur Vorgehensweise: Ich habe für diese Analyse jeweils die zeitlich nächste Umfrage vor dem Erreichen der Ein-Jahres-Marke genommen. Das hat den kleinen Nachteil, dass aufgrund des vor der Veröffentlichung erfolgenden Befragungszeitraumes kein wirklich exaktes 1-Jahr-später-Bild entsteht, sondern nur fast. Dem steht entgegen, dass diese Methode natürlich konsequent angewendet wurde (also auch für die Betrachtung der Vergangenheit), so dass eine gewisse Vergleichbarkeit gegeben bleibt, dass durch die Durchschnittsbildung einzelne Ausschläge ohnehin abgemildert werden und auch, dass anderenfalls gar kein 1-Jahres-Vergleich möglich wäre. Allerdings habe ich mich dafür entschieden, bei der aktuellen Umfrage-Lage nicht nur wie üblich GMS (zu seltener Turnus), sondern auch Infratest dimap auszuschließen, weil die letzte Umfrage in einem anderen Zeitraum erfolgte. Grundsätzliches Kriterium für die gesamte Betrachtung ist die Publikation wöchentlicher Ergebnisse um den betrachteten Zeitraum herum, eine weitere qualitative Unterscheidung und Gewichtung wird nicht vorgenommen. Der Durchschnitt wird immer aus allen jeweils betrachteten Umfrageinstituten gemittelt, weil angenommen wird, dass zwischen diesen an und für sich kein qualitativer Unterschied besteht. Bei der Forschungsgruppe Wahlen gilt grundsätzlich die Projektion, weil ein ähnliches Verfahren für die anderen Institute auch angenommen wird. Alle Umfragen wie immer von Wahlrecht.de.

Die Momentaufnahme mit ihren Analysen. Hierfür aufgenommen: Allensbach (21.9.2010), Emnid (22.9.2010), Forsa (22.9.2010), Forschungsgruppe Wahlen (24.9.2010).
Offensichtlich sind gewisse Unterschiede zwischen den Instituten, die groben Tendenzlinien allerdings reisen miteinander.
Der Vergleich zeigt eine deutliche Verschiebung zugunsten der Oppositionsparteien
Die Entwicklung der sogenannten Volksparteien (CDU/CSU und SPD) und der kleinen Mitstreiter seit der Wahl.

Bemerkenswert scheint mir in dieser Aufstellung der große Unterschied zwischen insbesondere der Forschungsgruppe Wahlen bzw. Allensbach und Forsa bei der Evaluation von SPD und Grünen – einmal elf Prozentpunkte Unterschied, einmal Gleichstand. Emnid liegt dabei in der Mitte. Eine Untersuchung des Unterschieds zwischen politischer Stimmung und der von der Forschungsgruppe herausgegebenen Projektion wiederum ergibt, dass hierbei nicht die Erklärung liegen kann. Es scheint schlichtweg so, als ob sich die Samples der Institute hier wirklich deutlich unterscheiden.

Allensbach Emnid Forsa FGW Mittelwert Bundestagswahl
CDU/CSU 32,5% 31,0% 29,0% 31,0% 30,9 % 33,8%
SPD 29,5% 26,0% 24,0% 30,0% 27,4 % 23,0%
FDP 6,5% 6,0% 5,0% 5,0% 5,6 % 14,6%
Grüne 18,5% 20,0% 24,0% 19,0% 20,4 % 10,7%
Die Linke 8,0% 11,0% 9,0% 9,0% 9,3 % 11,9%

Der Rest des Status Quo dürfte niemanden überraschen: Die FDP [Disclaimer: Ich war einmal Mitglied.] dauerhaft in der Abstiegszone, die CDU etwas schwächer als bei der Wahl, die Linke wohl auch als Resultat ihrer Personalquerelen ebenfalls nicht unbedingt in der Offensive. Indes, ist das ein Bild, wie es eben ein Jahr nach einer Bundestagswahl so zu erwarten ist? Continue reading Ein Jahr nach der Wahl: Wie ist die Stimmung im Land?

Essay-Zeit vorbei: Endlich wieder eine Perspektive

So. Ein einfacher Blick (nein, kein Diagramm) in die linke Spalte genügt, um zu sehen, wie es sich mit der zeitlichen Konfiguration in den letzten Wochen verhalten hat. Dabei ist es doch gerade der konstante Fluss an guten Blogbeiträgen, auf die mit großartigen Tweets und noch besseren Facebook-Updates verwiesen, der die Werbeeinnahmen und Flattr-Klicks bringt!

Was ist also passiert? 90 Punkte sind passiert. Also, die Punkte selber leider noch nicht, sondern nur das erforderliche Pflichtprogramm, nämlich alle TMAs, inklusive eines Dreizehn-Seiten-Essays zum Finale, also schon beinahe Hausarbeitenformat, bei Ye Olde Shakespeare. (In der Summe hat der Kurs bei mir 46 TMA-Seiten produziert, schon ganz ordentlich.) Um das Pensum insgesamt überhaupt einigermaßen zu schaffen, musste ich letztlich doch deutliche Kompromisse machen, zum Beispiel mich auf das Lesen der unmittelbaren Stücke bei Shakespeare und deren Sekundärliteratur beschränken und die Exkurs-Kapitel übersp… für später aufheben, und bei Continuing Classical Latin auf optionale Texte verzichten, obwohl dabei etliche eigentlich nach schönem Zeitvertreib klingende Episteln dabei waren. Und wie es sich gehört, habe ich es zumindest beim letzten Mal auch nicht geschafft, um die 42-Euro-Porto-Variante herumzukommen, damit das TMA noch rechtzeitig bei der Tutorin in Schottland ist. Continue reading Essay-Zeit vorbei: Endlich wieder eine Perspektive