Fernstudium: Es geht wieder los

Die Ähnlichkeit zum Lustigen Taschenbuch ist frappierend: The Norton Shakespeare.

Eigentlich wollte ich ja bereits beim, äh, Re-Launch (im wörtlichen Sinne, nicht das übliche “Guckt mal, CSS 3”) häufiger über mein Fernstudium schreiben, in etwa so wie in “Studieren an der Open University“. Jetzt, wo ich wieder mit zwei Kursen dabei bin, bietet es sich an, den Vorsätzen auch mal nachzugehen. Bestimmt auch ganz konsequent diesmal. Also der Reihe nach.

Warum mache ich das?

Angefangen damit habe ich damit im Oktober 2008, wobei der Beschluss zur Wiederaufnahme rein administrativ bedingt schon um einiges länger her ist. Um die Jahreswende 2007/2008 machte mich ein Freund darauf aufmerksam, dass die Open University womöglich eine bessere (nicht: günstigere) Alternative zur FernUniversität Hagen wäre. Tatsächlich lesen sich die Kurse und auch die Wahlmöglichkeiten für mich immer noch interessanter.

Ich habe ja, wie viele Menschen bei meinem alten Arbeitgeber, mein vorheriges Studium an der Humboldt-Universität erfolgreich abgebrochen. Ungeplant (Praktikum wurde zu Volontariat, Volontariat wurde zu leitender Position), aber in der Summe sicher nicht ungewollt. Dennoch wollte ich die Sache zu Ende bringen. Weil:

  • es mich wurmt, irgendwo “unfinished Business” herumliegen zu haben
  • trotz der Betonung von Berufserfahrung oft ein Studienabschluss formales Einstellungs- oder Beförderungskriterium sein kann
  • ich an und für sich ein akademischer Mensch bin, der geistige Beschäftigung schätzt, ohne die zwingende Notwendigkeit praktischer Applikation
  • ich Herausforderungen mag – wie etwa die gegenwärtige, ein (formales) Vollzeitstudium, eine Vollzeitstelle, freie Schreiberei und ein Leben in 168 Wochenstunden zu packen

Wie läuft das ab?

Also: Für einen B.A. (Hons) in Humanities (von mir aus: “Geisteswissenschaften”), den ich anstrebe, braucht es 360 OpenU-Punkte. Kurse gibt es für gewöhnlich in den Abstufungen zehn, 15, 30 und 60 Einheiten, wobei letztere jeweils neun Monate Kursdauer umfassen. Wer mitgerechnet hat, stellt fest, dass also sechs 60er-Trips die Reise zum Abschluss besiegeln und dementsprechend ziemlich umfangreich sein müssen. Richtig gedacht.

Hat man sich für einen Kurs entschieden, flattern bald darauf mehr oder minder umfangreiche Pakete ein, welche die Studienbücher, eventuelle CDs und DVDs, sowie Material zur Einsendungen der Testate enthalten. Die Testate (Tutor-marked assignments, TMA), derer es durchschnittlich alle fünf Wochen eins gibt, sind für gewöhnlich 1000 bis 2000 Wörter Diskussion, recht nahe am vorher behandelten Stoff. Am Ende des Kurses gibt es eine richtige Drei-Stunden-Klausur, für dich ich tatsächlich reisen muss. Nach Wedding.

Die größte Herausforderung ist meines Erachtens nicht das akademische Niveau der Kurse (wobei ich bisher nur zwei Level-2-Klassen mitgemacht habe, die Krönung, Level 3, kommt erst jetzt), sondern der schiere Aufwand und die Notwendigkeit zur Selbstdisziplin. Ich glaube, fast jeder Fernstudent beginnt immer mit einem sorgsam gebastelten “Ich teile mir das alles gut ein”, nur um dann drei Tage vor TMA-Abgabe doch wieder bis zur Morgendämmerung koffeingeschwängert Aufholarbeit zu betreiben.

Welche Kurse sind jetzt dran?

Leichte, angenehm lesbare Lektüre für zwischendurch.

Gegenwärtig widme ich mich zwei Gebieten: Continuing classical Latin und Shakespeare: Text and performance und damit erstmals zwei Kurse völlig parallel. Sowohl zu Latein als auch zu Shakespeare habe ich eine recht innige Verbindung, die sich jedoch noch nie auf Hochschulniveau harten Prüfungen unterziehen musste. Mit dem Latein-Büchlein habe ich noch nicht anfangen können, dafür hat es bei Shakespeare schon gute Fortschritte gegeben. Lustig, und womöglich ein Vorbote dessen, auf mich zukommt, sind zwei Hinweise:

  1. Der “The Norton Shakespeare”, über 3200 (ja, dreitausendzweihundert) Seiten dick, wird in der Einführung aufgrund seiner Handlichkeit gelobt.
  2. Als leichte Einführungsaufgaben werden mehrere Bullet-Points aufgeführt. Einer davon hat im Norton die Seitenangaben (pp. 1-65).

Und damit: Zeit für angenehme Lektüre auf der Fensterbank und den ewigen Kampf gegen die Prokrastination.

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