Was will uns die Bahn damit sagen?

Das Tolle an diesem Internet aus Sicht der digitalen Flugblattverteiler und In-der-Fußgängerzone-Auflauerer ist ja, dass man Leute genau targeten kann, also quasi den strumpfhosenlosen Zielgruppen-Robin-Hood auf die gewünschte Kundschaft loslässt. Auch die Bahn, das noch irgendwie staatliche Transportunternehmen, hat das für sich entdeckt. Um die Leute davon zu überzeugen, ihre E-Mail-Adresse zur Zielscheibe dafür umzufunktionieren, gibt’s ja sogar ein Vierteltausend bahn.bonus-Punkte. Und dann geht’s los mit dem targeted advertising, aber natürlich The Bahn Way. Das zum Beispiel erhalte ich als Inhaber einer BahnCard 100 (und vormaliger Inhaber einer BahnCard50 comfort und lange davor… ach, das Muster wird auch so klar):

Gerade weil die Wahrscheinlichkeit für Nicht-BahnCardler unter Bahn-Newsletter-Abonnenten so hoch ist... (man beachte die Ausrede ganz am Ende des Bildes).
Gerade weil die Wahrscheinlichkeit für Nicht-BahnCardler unter Bahn-Newsletter-Abonnenten so hoch ist... (man beachte die auch Ausrede ganz am Ende des Bildes. Vielleicht ist das auch nur die Bahn-Variante von Affilliate-Programmen).

Klar. Nun kann man sagen, dass die ständig angegebene BahnCard-Nummer, die ich online ständig angebe, gar nicht entsprechend verwendet wird, um allzu dämliche Offerten wie dieses zu vermeiden, oder dass man genaues Zielgruppenbeschießen sogar aus (bitte nicht lachen) Datenschutzgründen ablehnt. Denkbar, aber das macht es aus der Sicht des Empfängers nicht weniger albern.

Und noch ein Rätsel: Wer das Bahn-Interface kennt, weiß, was das rote Ausrufezeichen bei der Verbindungsanzeige. bedeutet: Ärger, genauer gesagt “Zug fällt aus”. Nicht lustig.

Aber, wie ich neulich herausgefunden habe: Tut es gar nicht. Es kann durchaus ein Ersatz-Zug fahren. Um das mitzubekommen, muss man allerdings anrufen, sich zweimal durchstellen lassen und einmal BahnCard-Nummer und Geburtsdatum angeben.

Wäre ja auch sonst viel zu einfach.

One thought on “Was will uns die Bahn damit sagen?

  1. Ich erinnere mich gerade daran, dass du schon damals in Mittelfranken uns gerne an deinen Bahngeschichten teilhaben gelassen hast. Oder heißt es: “… hast lassen teilhaben.”?

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