Monthly Archives: July 2009

Zurück zu den Graswurzeln: Restaurantkritik #1

Ganz ursprünglich, wir reden hier von 2005 und 2006, hatte ich einmal ein Blog, dass sich ausschließlich dem Frühstücken widmete. Hieß: Ich lief irgendwohin machte, mir Notizen, und erstellte hinterher so eine Art Testbericht inklusive toller Wertung, die sich als Durchschnitt aus den Einzelwertungen für Atmosphäre, Bedienung und Speisequalität errechnete. Natürlich, wie für einen Spielezeitschriftsjunkie, auf der 100er-Skala (siehe den damaligen Beitrag zum Wertungskasten).

Enjoying the Moment im Café Solvey. Bild: Elisabetta Lombardo
"Enjoying the Moment" im Café Solvey. Bild: Elisabetta Lombardo

Noch mehr phantastische Polaroid-Café-Bilder gibt’s übrigens nebenan bei meiner besseren Hälfte. Die entsprechenden Posts des mittlerweile stillgelegten Blogs liegen noch irgendwo als SQL-Dump, aber die Idee, mal wieder über die wichtigste, schönste und müßiggängigste, zeitungsgeeignetste und verschlemmteste Mahlzeit des Tages zu schreiben, ist immer noch da. Ja, ich könnte auch einfach rumqypen, aber mir ist der persönliche Bezug hierbei wichtiger als die Weisheit der Massen.

Kuuuuuchen!

Und damit zur ersten Frühstücksrestaurantkritik auf diesem Blog. Der Kandidat heißt: Café Solvey, zu finden in der Invalidenstraße 110 (bei Google Maps zeigen) und damit für Mitte-Jünger ideal zu erlaufen (aber auch sonst via Tram 12, M10, M8, Bus 245, 247 und Nord-Süd-S-Bahn gut angebunden). Was den Laden trotz gratis WLAN von den üblichen Latte-Macchiato-Tempeln unterscheidet, ist die nostalgische Einrichtung. Das Geschirr entstammt der persönlichen Sammlung der Besitzerin, sodass weder eckiges Designer-Zeugs noch IKEA-genormter Kram zum Einsatz kommt. Continue reading Zurück zu den Graswurzeln: Restaurantkritik #1

Post-Gutenberg-Ära mit weniger Buchstaben im Satzkasten

In den Zeiten, in denen Webmaster ihren Benutzer noch Browser und Auflösung vorschrieben, gab es mitunter folgende lustige Aufforderung:

“Bitte Schriftart Rumgekrakel hier herunterladen, um die Webseite optimal anzuzeigen.”

Das ist natürlich eine großartige Lösung, um die Traffic-Kosten für benannte Seite gering zu halten, denn eine Schriftart installieren ist das genaue Ende eines flüssigen Surf-Erlebnisses.

Weil sich das System, wonach Schriftarten auf dem jeweiligen System verfügbar sein müssen, um im Browser angezeigt werden zu können, durchsetzte, konnten es exotische Schriftarten auf Seiten nicht. Das ist einerseits gut, wenn man sich die typographischen Verbrechen im Echtweltspam anschaut – einfach mal den “Keine Werbung”-Sticker vom Briefkasten nehmen oder beim lokalen Supermarkt das Kleinanzeigenbrett durchstöbern. Continue reading Post-Gutenberg-Ära mit weniger Buchstaben im Satzkasten

Farbe er- und bekennen

Ich bin immer wieder überrascht, wie lange es eigentlich selbstverständliche Features brauchen, bis sie in der Browserwelt tatsächlich sesshaft werden. Videos sind ein Beispiel – „wieso das geht doch ganz gut seit Flash 7?“, vibriert es in der Großhirnrinde des Lesers. Richtig, aber das gibt es zum einen auch erst seit 2004, zum anderen ist der Umweg über ein Plugin natürlich immer noch suboptimal, nicht zuletzt, weil es proprietär ist. (Aber ja, natürlich immer noch ein großer Wurf gegenüber den unsäglichen Zeiten, in denen das nur mit kruden, noch seltener plattform- oder browserübergreifenden media-embed-Tags lief.)

Firefox 3.5 folgt in vorauseilendem Gehorsam dem HTML5-Standard (bravo!) und ermöglicht den Einbau ganz einfach mit einem <video>-Tag, so elegant wie bei <img>. Ein Traum. Im Jahre 2009.

Aber darüber möchte ich gar nicht reden, mir geht es um Farbmanagement. Bunt ist das Internet nun schon ein paar Tage, Bilder haben eigentlich auch die meisten Websites, sogar dieses Blog gelegentlich. Continue reading Farbe er- und bekennen

Browserkriege im Kopf

Wer meinem Twitter-Account im Wortsinne folgt, weiß, dass ich gestern mal wieder ein Experiment gestartet habe: Opera. Ich habe ihm einen kompletten Vormittag eine Chance gegeben, weil mich einige Aspekte daran sehr reizen, die out of the box so sind, wie sie bei Firefox mit Plugins werden:

  • Mausgesten (ganz ehrlich: ich kann mir nicht vorstellen, ohne zu surfen)
  • Wiederöffnen der letzten geschlossenen Tabs (ohne Plug-in, und ohne Mauskilometer abzulaufen)
  • sauber synchronisierte Bookmarks (ja, ich weiß, dass es dafür bei Firefox einiges gibt)
  • Tab-Sessions speichern und laden (hier habe ich immer noch nichts Schönes beim Firefox gefunden)

Auf die (auto-indexierten!) E-Mails kann ich mittlerweile verzichten, unter Windows war das aber IMHO die beste Lösung für Nachrichten, die nicht zwingend auf Outlook Exchange angewiesen sind. Weniger sinnstiftend fand ich dagegen die Zauberstab-Lösung, bei der gespeicherte Passwort- und Formularfelder umrandet werden und dann nach einem Klick auto-ausgefüllt und -verschickt. Was die Anpassungsmöglichkeiten angeht, ist Opera ähnlich flexibel wie Firefox, nur ein vernünftiger Ad-Blocker fehlt (es gibt zwei Lösungen, entweder händisch über “Inhalt blockieren” oder mit dem Ändern von Startdateien). Das hat mich letztlich also wieder zurückgebracht zu Firefox 3. Und zu einer langen Gedankenkette. Continue reading Browserkriege im Kopf