Der Burtchen bloggt

Tabellen, Daten, Text und manchmal etwas Code

24. Februar 2013
von Der Burtchen
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Landtagswahlen in Niedersachsen 2013 (3): Das Ergebnis und die Auswirkungen

Im Vorfeld der nunmehr gut einen Monat zurückliegenden Landtagswahl in Niedersachsen erklärte ich die Chancen, dass die FDP doch einen Einzug ins Landesparlament schafft, für verschwindend gering. Ein konstantes Verharren in den Umfragen, keinerlei Dynamik auf Bundes- oder Landesebene: Da gab es schlichtweg weder einen Grund noch einen historischen Präzedenzfall, um an einen wundersamen Wiedereinzug zu glauben.

Nun, die Realität hat auch dieser Serie einen Abbruch erteilt, die Liberalen erhielten ein historisches Ergebnis, und fünfzehn Jahre nach der Bestätigung Gerhard Schröders reichte es für die rot-grüne Regierung um Ministerpräsident Stephan Weil. Wenn auch denkbar knapp, und auch wenn mit mehr taktischen Stimmen sogar ein anderes Ergebnis möglich gewesen wäre.

Was bleibt von dieser Wahl neben einer gehörigen Unschärfe für den September? Einige Erkenntnisse: Weiterlesen →

19. Januar 2013
von Der Burtchen
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Landtagswahlen in Niedersachsen 2013 (2): Umfragen früher und heute

Morgen um 18 Uhr ist es wieder soweit: Animierte Balken- und Kreisdiagramme, Statements der Marke “Wir müssen diese Niederlage gründlich analysieren” oder auch “Erst einmal feiern wir, morgen schauen wir dann, welche Optionen es gibt.” Aber: wem kommt welches Skript zu? Die derzeitigen Umfragen in Niedersachsen geben einen guten Überblick, was im Nordwesten zu erwarten ist.

Die derzeitigen Umfragen zeichnen das Bild eines knappen Ausgangs:

  • die CDU von Ministerpräsident David McAllister klar stärkste Partei, allerdings konstant mit Zustimmungswerten unterhalb der Summe von SPD und Grünen
  • die SPD leicht über ihrem desaströsen 2008er Ergebnis, aber durchweg rund zehn Prozentpunkte hinter der CDU
  • Grüne deutlich im niedrigen zweistelligen Bereich
  • FDP maximal auf der Prozenthürde, jedoch in keiner Umfrage darüber
  • die Linke mit Ausnahme einer Zuckung – allerdings ist das auch gleich die zweitaktuellste Umfrage – deutlich unterhalb der Fünfprozenthürde
  • die Piraten waren das letzte Mal im Juli letzten Jahres über der wichtigen Schwelle

Umfragen in der Vergangenheit

Um ein Gefühl für die generellen Korridore der Umfragen zu bekommen, habe ich einmal kurz geplottet, wie die letzte Umfrage vor der Landtagswahl eines Instituts sich tatsächlich mit dem Resultat vertrug: Weiterlesen →

13. Januar 2013
von Der Burtchen
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Landtagswahlen in Niedersachsen 2013 (1): Die vergangenen Wahlen

In einer Woche findet die voraussichtlich letzte Landtagswahl vor der bundesweitem Abstimmung im Herbst statt. Die üblichen Betrachtungen zu Analogien einer kleinen Bundestagswahl und deren Zulässigkeit, zur Bedeutung für insbesondere den FDP-Vorsitzenden etc. sei der Tagespresse überlassen. Ich möchte wie üblich einen Blick darauf werfen, wie das zweitgrößte und viertbevölkerungsreichste Bundesland und seine sechs Bundesratsstimmen sich historisch entwickelt haben, und (im zweiten Teil) wie die derzeitige Umfragesituation im Nordwesten aussieht.

Wie üblich folgt dabei die Aufstellung zunächst in Tabellen- und Diagrammform, hernach folgen einige Erläuterungen meinerseits:

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9. Januar 2013
von Der Burtchen
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Lehrmaterialien: Online oder offline?

Wie es nebenan beim Lars zu lesen gibt, rumort es derzeit unter der OpenUniversity-Studienschaft wegen der möglichen gänzlichen Abschaffung papierner Lehrmaterialien, insbesondere natürlich der bisherigen OpenU-Eigenproduktionsbüchern (mit anderen Sachen hatten die OpenU schon vorher angefangen). In der Debatte, die man mit ein wenig Popcorn auch gut bei Facebook nachlesen kann, mischen sich meines Erachtens verschiedene Argumente, die eine genauere Betrachtung verdienen.

Digital verfügbare Lehrmaterialien in verschiedenen Ausmaßen

Viele Studierende berichteten von ihren Erfahrungen mit Online-Kursen, bei denen ein wesentlicher Teil des Studiums im Web stattfindet. Das ist etwas anderes als das gelegentliche Herunterladen von ein paar PDF- oder ePub-Dateien zu Kursbeginn. Da ich gegenwärtig mit der UoL die Erfahrung eines klar auf Online-Aktivität geprägten Studiengangs mache, kann ich den Beiträgen nur zustimmen, die hier eine deutlich geringere Flexibilität sehen. Weiterlesen →

30. Dezember 2012
von Der Burtchen
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Landtagswahlen 2012 – ein Rückblick

Dieses Jahr habe ich mit der Tradition brechen müssen, vor jeder Landtagswahl zumindest einen kurzen Überblick über die Umfragensituation und mögliche Wahlausgänge zu geben. Zumindest für ein kleines Resumé ist aber doch Platz und Zeit, um die Auswirkungen der Wahlen 2012 zu sprechen. Derer gab es drei, allesamt im ersten Halbjahr, und allesamt in Flächenstaaten der alten Bundesländer, namentlich

  • Saarland.
  • Schleswig-Holstein und
  • Nordhrein-Westfalen.

Keine einzige dieser Wahlen war eine Folge des regulären 5-Jahres-Turnus. Zu weiteren Wahlen 2012 – zum Beispiel in Duisburg – gibt es auch bei wahlrecht.de eine schöne Übersicht.

Bundesrat  2012

Stimmengetreue Darstellung des Bundesrats derzeit – einmal mit den jeweiligen Bundesländern in ihrer groben geographischen Anordnung (links), wobei jedes Kästchen eine Stimme entsprechend der Koalition markiert, und einmal im typischen Halbkreisdiagramm.

Saarland: Ende eines Experiments, aber keine Lagerverschiebung

Im Saarland hatte Peter Müllers Nachfolgerin Annegret Kramp-Karrenbauer die Wahl eingeleitet, indem sie passend zum Dreikönigstreffen der FDP die so genannte Jamaika-Koalition aufkündigte und sich keine wirklich fruchtbaren Koalitionsverhandlungen mit der SPD ergaben. Weiterlesen →

20. Dezember 2012
von Der Burtchen
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Die letzten Kurse bei der University of Liverpool: Zeit für ein Fazit

Vor etwas mehr als einem Jahr begann ich mein Master-Studium in Software Engineering an der University Liverpool (via Laureate International Universities). Ich erwähnte damals, an den Feiertagen hektisch Assignments und Forenbeiträge gepostet zu haben, weil der strenge Wochenrhythmus so etwas wie Feiertage nicht kennt. Das wird auch in der kommenden Woche der Fall sein, während sich mein vorletzter Kurs (XML-Webanwendungen) dem Bergfest nähert. In gut zwölf Wochen werde ich mit der Masterarbeit beginnen, so dass ich die Zeit gekommen sehe für ein Fazit zu der Kursphase: Weiterlesen →

8. Juni 2012
von Der Burtchen
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Ein halbes Jahr University of Liverpool: Ein Ächzen und ein „Ach“

Wer diesen Blog regelmäßig verfolgt (oder wer nun einfach mal einen Blick in das nach Monaten gruppierte Archiv in der Seitenleiste wirft), dem fällt auf: In letzter Zeit ganz schön ruhig hier! Zum ersten Mal seit drei Jahren habe ich vor Landtagswahlen nicht einmal das Minimalprogramm aus Umfragen- und Vergangenheitsentwicklung gebracht. Dafür gibt es einen einfachen Grund: Das Fernstudium an der UoL (Ziel: MSc in Software Engineering) ist, freundlich formuliert, intensiv. Der Curriculum nimmt auf Feiertage keine Rücksicht, zwischen Modulen habe ich je maximal eine Woche (weil sonst immer ein ganzer Monat weg wäre), und das Staccato der verpflichtenden wöchentlichen Abgaben bleibt unermüdlich. Zur Auffrischung:

  • Am Donnerstag geht die Woche los, mit ca. 13 Word- respektive PDF-Seiten Stoffzusammenfassung + 30-50 Seiten im jeweiligen Fachbuch zum Thema, nebst optionalen (und meist auch wirklich als solches betrachteten) Artikeln und Links
  • Am Samstag (ein Tutor akzeptiert auch ohne Punktabzug Sonntag) zwei Beiträge mit einem Mindestumfang von 500 Wörtern (für die höchsten Noten eher das doppelte bei einigen TutorInnen, andere achten recht genau auf die Wortobergrenze) zu Themen, die mittelbar mit dem jeweiligen wöchentlichen Schwerpunkten zusammenhängen, und entweder einen eher technischen oder einen eher sozialwissenschaftlichen Einschlag haben.
  • Im Verlaufe der Woche mindestens sechs (für die höchsten Noten bitte lieber zehn) Beiträge, um im Forum die Posts der anderen zu diskutieren. Hier sollte man bei 200 Wörtern anfangen und die Diskussion „substanziell“ voranbringen
  • Am Wochenende ein Assignment, das je nach Kurs eher Essay oder eher Programmieraufgabe (mit Dokumentation) ist
  • Bonus: Zwei meiner bisherigen Kurse hatten zudem noch Gruppenprojekte mit Abgaben (im jüngsten Falle fünf davon), ebenfalls spätestens am Mittwoch und inklusive eigener Foren.

Ich gehe gleich en detail auf die einzelnen Aspekte ein, aber alleine diese Aufzählung sollte klar machen: Ponyhöfe sind woanders. Das ist einerseits gut, weil es keine Frage daran lässt, dass hier ein wirklich mit Fachwissen und dessen Anwendung vollgestopftes Programm auf einen zukommt, gleich dem graubärtigen Präsenzstudienprofessor, der nur in sich hinein lächelt, wenn ein Student das Vorlesungstempo als zu schnell empfindet. Es ist gut, weil es überhaupt keine Wahl lässt, man muss sich zwangsläufig mit jedem Thema auch wirklich intensiv auseinandersetzen und kann nicht strategisch für die Assignments lernen wie teilweise bei der Open University.

Nachteile hat das aber auch: Offensichtlich ist die enorme Anforderung an das eigene Konzentrationsvermögen, an Planung, Selbstdisziplin (wobei ich hier die regelmäßigen Deadlines hilfreich finde), an Verständnis im privaten Umfeld. Ich behaupte, nach drei Jahren Open University, teilweise mit etlichen Kursen gleichzeitig, durchaus fit im Fernstudieren zu sein – aber dennoch atmete ich letzte Woche, am Ende meines dritten Kurses, wirklich einmal tief durch.

Neben diesem trivialen Nachteil, der bei einem Master-Studiengang in Vollzeit doch niemanden wirklich überraschen sollte, wiegt für mich schwerer: Das Austauschen im Forum anhand der Frequenz zu evaluieren, ist für mich eine Idee der Kategorie „gut gemeint“ – denn bei rund zwölf Eleven im Kurs führt das unweigerlich zu einer mitunter kurzatmigen Dauerbeschallung statt zu langen Diskussionen. Diese gibt es, keine Frage! Ich habe einige neue Erkenntnisse gewonnen – aber es könnten glaube ich absolut und insbesondere anteilig mehr sein, wenn die Thread-Regeln darauf den Schwerpunkt legen würden. Weiterlesen →

25. März 2012
von Der Burtchen
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Landtagswahlen im Saarland (2): Umfragen früher und jetzt

In wenigen Stunden schließen die Wahllokale im kleinsten Flächenland der Bundesrepublik – auch wenn die allgemeine Spannung sich primär um die Frage dreht, ob die Große Koalition von Sozialdemokraten und Konservativen geführt werden wird, mmöchte ich einmal sehen, ob die Erfahrungen mit der Demoskopie hier womöglich einige Überraschungen liefern könnten.

Daher habe ich nach dem historischen Blick im letzten Beitrag einmal (in einer Google-Docs-Pivot-Premiere) die Abweichungen der Umfragen zum eigentlichen Wahlergebnis analysiert. Auffallend ist, dass im Saarland generell relativ wenig Umfragen durchgeführt werden, in der Vergangenheit wie jetzt. Eine wirklich umfangreiche Momentaufnahmen-Sequenz wie in Berlin lässt sich daher nicht aufstellen. Nichtsdestrotz (und wie immer auf Basis von wahlrecht.de):

(Grand Total ist der Durchschnitt, die [1] zeigt an, dass es für diese Zeiträume keine Daten gibt, weil die PDS/Linke vor ihrer Lafontaine-Auferstehung nicht sinnvoll demoskopisch erfasst werden konnte.) Weiterlesen →

18. März 2012
von Der Burtchen
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Landtagswahlen im Saarland (1): Die vergangenen Wahlen

Mit den insgesamt drei (zumindest bisher feststehenden) Landtagswahlen kommt in die politische Landschaft doch ein wenig mehr Bewegung als ursprünglich antizipiert. Bemerkenswert: Keine der drei Landtagswahlen ist komplett regulär:

  • Im Saarland kündigte die Ministerpräsidentin die Koalition aus Union, Grünen und FDP auf und der Landtag sich auflöste
  • In Nordrhein-Westfalen scheiterte die rot-grüne Minderheitsregierung mit dem Haushaltsentwurf auch aufgrund eines überraschenden Gutachtens zu einer möglichen granularen Abstimmung, wonach im Mai eine neue Wahl stattfindet
  • In Schleswig-Holstein stellt sich die schwarz-gelbe Regierung nach Beschluss des Landesverfassungsgerichtes zur letzten Landtagswahl erneut an den Urnen

Es treten also Regierung verschiedener politischer Prägung und unterschiedlicher Komplexität (Minderheit, drei Parteien) an. Eine Betrachtung zu den Auswirkungen im Bundesrat lasse ich ggf. noch folgen, zunächst einmal geht es um das kleinste Flächenland, das am 25. März neu wählt. Wie üblich, widme ich mich in der ersten Folge der Betrachtung der historischen Situation im jeweiligen Land.

Zunächst einmal wie üblich die Ergebnisse in Tabellen- und Diagrammform, mein Kommentar folgt anschließend.


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3. Februar 2012
von Der Burtchen
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Kochkurs im Kochhaus – ein Erfahrungsbericht

Zu einem der bemerkenswerten Gentrifizierungsfeatures von Prenzlauer Berg zählt der damit einhergehende Strukturwandel im Einzelhandel. Offensichtliche Neuzugänge sind alle möglichen Läden, in denen man Kaffeegetränke in Pappbechern oder Biokram in Papiertüten heraustragen kann. Ein weiteres Beispiel lässt sich seit einiger Zeit an der Eberswalder Straße beobachten. Genau an jener gemeingefärlichen Kreuzung mit drei Straßenbahnlinien hat sich im spitzen Winkel der Pappelalllee der ehemalige Rossmann verabschiedet und dafür einem Kochhaus Platz gemacht.

Kochhaus, das „begehbare Rezeptbuch“, legt im Nahrungsmitteleinzelhandel den Schwerpunkt klar auf Usability bei reduziertem Funktionsumfang: Angeboten werden nicht einfach Produkte im Regal (abgesehen von etwas Wein-, Pesto- und Brotaufstrichauswahl), sondern jeweils wechselnde Rezepte, für die meist alle Zutaten direkt in exakt der nötigen Dosierung zur Hand stehen.

Kurz gesagt: Ein großartiges Konzept: Das lange Suchen nach der ein oder anderen exotischen Zutat in Rezepten entfällt, ebenso die Frage, was nun mit dem Rest der 500-Gramm-Packung Exoticum für die nächsten Jahre geschehen soll. Auch der Auswahlprozess für das Rezept geschieht eben direkt vor Ort und erlaubt es, das so verbindende gemeinsame Kochen zu erleben, ohne die weniger annehmlichen Komponenten daran. Für Kochhaus wiederum liegt der Vorteil in einer auf die tatsächliche Menge der Nahrungsmittel höheren Marge und natürlich in einer allgemeinen Kundschaft, die für Nahrungsmittel grundsätzlich angemessene Preise zu zahlen bereit ist. Weiterlesen →